We had nice two days which we spend with productivity.
This group helped us to learn something new about the history of different
nationals, about traditions and rituals of different countries.
We had two speeches. One of them was from a Jewish
activist – Nahum Goldmann – and the other one was from the first president of
the Federal Republic of Germany – Theodor Heuss.
The main issue in our workshop was: What is
commemoration for us.
(Sweta, Belarus)
Different people have different commemoration,
different understandings of this world.
Remembering can be big, bright, strong and great.
It can be quiet, calm, without a lot of words.
Memory can be old and stable. We can remember something that was a long time
ago. However, it can be young and small, but it is there. That is the most
important.
So, it doesn’t matter how we show our commemoration
and about what we think. Remembrance is around us. We shouldn’t forget about
it.
(Katya Y., Belarus)
In our group there are members from different
countries like Belarus, South Africa and Lithuania. So, we had an opportunity
to discuss the different traditions of commemoration in our cultures.
We knew that every country has one or some special
days, special holidays when people get together at the cemetery and remember
those who suffered, starved, lived in really awful conditions and died during
the World War II or similar events. For example, in Lithuania there are two
dates of commemoration: September 23rd is a date to remember the
genocide and another date is June 14th – the “Day of Hope and
Morning”. Russia and Belarus have the same tradition of getting together on May
9th for remembering the events of the war. And in South Africa there
is one special day – June 16th – which is called “Youth Day” to
remember children who were killed during a demonstration against Apartheid
education.
One the one hand our countries have some different
things. For example, in South Africa people organize ceremonies and also play
music as part of the commemoration. And in Russia people have a moment of
silence and organize ceremonies as a part of commemoration. On the other hand,
all our countries have some common things. For example, when somebody dies, we
throw flowers in the grave and wives and sometimes relatives of the person who
died should wear black clothes.
(Katja, Russia)
It is not often that one is given an opportunity to
develop their own ideas and opinions without being bombarded with the ideas and
opinions of other people. Today we express our gratitude to the cultures of
commemoration workshop because they awarded us that opportunity over the past
two days. We were allowed the freedom to explore different forms of
commemoration and their purpose and finally to develop our own ideas and
opinions about what commemoration is and means to us. We then individually came
to the conclusion that commemoration for all of us meant different things: As
commemoration was not about what you did, but how it made you feel. To some of
us commemoration is a way of honoring and showing respect to the heroes of our
countries, to others it is about learning from the past to protect the future,
realizing that the lives that were lost were not in vain; and for others it
forms the fundamental building blocks of healing, thus, bringing about healing.
In closing we quote from Nahum Goldmann’s speech that
he said at the unveiling of the Bergen-Belsen Memorial:
“Nothing can so unite a people, or offer a better
guarantee for its survival than the memory of its past, of its heroes…”
(Mixo, South Africa)
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Wir haben zwei
produktive Tage miteinander verbracht. Diese Gruppe hat es uns ermöglicht,
etwas über die Geschichte verschiedener Nationen zu lernen, über Traditionen
und Rituale in verschiedenen Ländern.
Unter anderem
haben wir uns mit zwei Reden beschäftigt: Eine stammt von einem jüdischen
Aktivisten – Nahum Goldmann – und die andere vom ersten Bundespräsidenten der
Bundes Republik Deutschland – Theodor Heuss.
Das Hauptthema
unseres Workshops war: Was bedeutet Gedenken für uns.
(Sweta,
Belarus)
Verschiedene
Menschen und Völker haben verschiedene Formen des Gedenkens und ein
unterschiedliches Verständnis der Welt.
Erinnerung kann
groß und hell und stark sein (Bild 1).
Sie kann ruhig
und friedlich, ohne laute Worte sein (Bild 2).
Erinnerung kann
alt und stabil sein. Wir können etwas gedenken, das lange her ist. Erinnerung
kann auch klein und zart sein, aber sie ist vorhanden. Und das ist die
Hauptsache (Bild 3).
Es ist nicht
relevant, wie wir unser Gedenken zeigen und woran wir denken. Erinnerungen
umgeben uns. Wir sollten sie nicht vergessen.
(Katya Y.,
Belarus)
In unserer
Gruppe waren Teilnehmerinnen aus verschiedenen Ländern: Aus Belarus, Südafrika,
Russland und Litauen. Somit hatten wir die Möglichkeit, verschiedene
Traditionen des Erinnerns und Gedenkens kennenzulernen.
Wir lernten,
dass jedes Land einen oder auch mehrere Tage hat, an denen Menschen
zusammenkommen und auf den Friedhöfen derer gedenken, die litten, verhungerten,
die unter schlimmsten Bedingungen lebten und während des Zweiten Welt Krieges
oder ähnlichen Ereignissen starben. In Litauen z.B. gibt es zwei Tage des
Gedenkens – den 23.September als Tag des Gedenkens an den Genozid – und den
14.Juni, der „Tag der Hoffnung und Trauer.“ Russland und Belarus haben die
gleiche Tradition, sich am 9.Mai zu versammeln und der Ereignisse des Krieges
zu gedenken. In Südafrika gibt es einen speziellen Tag – den Tag der Jugend –
an dem der auf einer Demonstration gegen das Apartheid-Bildungssystem getöteten
Schüler gedacht wird.
Einerseits
haben unsere Länder Unterschied in der Form des Gedenkens: In Südafrika zum
Beispiel spielen die Menschen während der Zeremonien Musik als Teil des
Gedenkens. In Russland haben die Menschen Momente des Schweigens während der
Gedenkfeiern. Auf der anderen Seite haben unsere Länder auch Gemeinsamkeiten in
der Art zu trauern. So werfen wir alle Blumen in das Grab und die Frauen –
manchmal auch Verwandte der verstorbenen Person – tragen schwarze Kleidung.
(Katya T.,
Russland)
Man erhält
nicht häufig die Gelegenheit, seine eigenen Ideen und Überzeugungen zu
entwickeln, ohne mit den Ideen und Überzeugungen anderer bombardiert zu werden.
Wir möchten heute unsere Dankbarkeit ausdrücken, dass uns diese Möglichkeit im
Workshop „Erinnerungskulturen“ ermöglicht wurde. Uns wurde Gelegenheit gegeben,
verschiedene Formen des Gedenkens und ihrer Funktion zu entdecken. Auch konnten
wir schließlich unsere eigene Meinung dazu entwickeln, was Gedenken ist und
welche Bedeutung es für uns hat. Wir kamen jeder zu dem Schluss, dass
Erinnerung für jeden von uns etwas anderes bedeutet: So geht es beim Gedenken
nicht so sehr darum, was man tut, sondern darum, wie man sich dabei fühlt,
welche Gefühle es hervorruft. Für einige von uns ist Gedenken ein Weg, den
Helden unserer Länder Ehre und Respekt zu erweisen. Für andere geht es beim
Gedenken darum, aus der Geschichte zu lernen, um die Zukunft zu schützen, so
dass die Opfer nicht umsonst gestorben sind. Für wiederum andere bildet
Gedenken das Fundament, die Voraussetzung für Heilung: Gedenken führt zur Heilung.
Zum Abschluss
ein Zitat aus Nahum Goldmanns Rede anlässlich der Einweihung der Gedenkstätte
Bergen Belsen 1952:
„Nichts kann
ein Volk mehr einen oder eine bessere Garantie für sein Überleben bilden, als
die Erinnerung an seine Vergangenheit, an seine Helden...“
(Mixo, South Africa)