Freitag, April 29, 2005

Sterke inntrykk fra Bergen-Belsen


Den 15. 4. 05 var det 60 år siden britene befridde den beryktede tyske konsentrasjonsleiren Bergen-Belsen. Bilder og film som viser de grufulle forholdene i leiren, sjokkerte en hel verden. I perioden 9.4. – 17.4. 05 ble det arrangert en ungdomsleir i det som i dag er minnestedet Bergen-Belsen, med ca. 50 deltakere fra forskjellige land. Som eneste representanter fra Norge deltok tre elever og en lærer fra Rosthaug vgs., Åmot/Modum. De andre deltakerne var fra Tyskland, Nederland, Litauen, Slovakia, Polen, Russland, Hviterussland og Israel. Via foredrag, gruppearbeider og samtaler med overlevende fikk deltakerne større forståelse for det som egentlig skjedde i konsentrasjonsleirene. Gruppene var internasjonalt sammensatt, og det var en spennende utfordring å bli kjent med ungdommer fra land som vi ellers har relativt lite kontakt med.

Grunnen til at nettopp Rosthaug fikk tilbud om å delta, var at skolen høsten 2004 arrangerte en utstilling om Bergen-Belsen. Det var deltakelse både fra tysk og norsk side, film, foredrag av tidsvitner o.l.

Av de ca 60 000 fangene som var i Bergen-Belsen, deltok ca 200 på arrangementer i forbindelse med 60års markeringen for befrielsen. Siden disse nå er i 70 – 80års alderen, var det nok siste gang for mange av dem. Av disse var vi så heldige å bli kjent med tre jødiske tidsvitner, som hver hadde sin spesielle historie å fortelle. Det var 60 norske fanger i Bergen-Belsen, av dem døde 20 under oppholdet, og i dag er bare et par av dem i live. Den eneste av disse som deltok, var Finn Molvig fra Hosle/Bærum, som vi på Rosthaug har hatt besøk av to ganger før. Denne gang fortalte han sin historie mens vi vandret rundt i leirområdet. Her kom det fram en rekke spennende detaljer om hvordan det var å være i ”dødens forgård” som han kalte det. Blant annet kunne han fortelle at da britene nærmet seg leiren, ga leirkommandant Josef Kramer ordre om at en gruppe fanger skulle rydde opp i likhaugene ved å stable lik og ved lagvis, helle over bensin og tenne på. Britene måtte få et godt inntrykk av leiren når de rykket inn! Dette arbeidet pågikk helt til skogeierne rundt leiren beklaget seg over at dette arbeidet gikk for hardt utover skogene deres.

Rett etter frigjøringen ble hele leiren jevnet med gjorden. Nå ses bare massegraver, grunnmurer etter brakker og et museum. Dessuten står det en ”minnevegg”, dvs. en steinvegg med forskjellige inskripsjoner fra de land som hadde fanger i leiren, samt en svær obelisk. Det var her minnemarkeringen den 15. 4. fant sted. Vi norske deltakere leste en hilsen fra statsminister Bondevik. Så la vi ned blomster i norske farger ved den norske inskripsjonen, som er siste linje fra Per Sivles dikt om Tord Foleson og slaget på Stiklestad: ”Merket det stend, om manner han stuper.” Det var en enestående opplevelse å få delta på denne minnemarkeringen. På bildet fra venstre: tre elever fra Rosthaug vgs., tidsvitnet Finn Molvig og lektor Øivin Moen. I bakgrunnen inskripsjonsveggen.

(source: Homepage of Rosthaug videregående skole, Norway)

Montag, April 18, 2005

"Das war eine andere Welt"

[nicht aus Bergen-Belsen sondern Sachsenhausen, aber eine Reportage über Jugendliche/junge Erwachsene, die auf Überlebende treffen, aus der taz vom 18.4.05]


Die Jugend von heute trifft die Opfer von damals - in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Was haben sie sich zu sagen? Eine Begegnung der Generationen
VON ANNE SEITH

Nicht bohren, bloß keine Wunden aufreißen. Das haben sich viele der ehrenamtlichen Helfer vorgenommen. Retraumatisierung, das könne schon passieren, hieß es auf der Einführungsveranstaltung. Ein wenig unschlüssig stehen sie deshalb da, vor der soeben enthüllten Plakatausstellung an der KZ-Mauer, als die Gedenkstättenmitarbeiterin sagt, sie sollen sich einfach untermischen. Gucken, wer was braucht von den rund fünfzig alten Menschen, die zu der ersten Veranstaltung der Gedenkfeiern gekommen sind.

Doch fragen ist gar nicht nötig. Ein Mann stürzt auf eines der Werke zu und winkt, krempelt sich den Ärmel hoch, hält dem Kamerateam triumphierend seinen riesigen Unterarm mit der tätowierten Häftlingsnummer in die Linse. Ein anderer lässt seinen Blick wandern, gesellt sich zu diesem und jenem, setzt immer wieder an, erzählt: Wie er Panzerfäuste zusammenbauen musste, Stunde um Stunde, wie zum Appell gerufen wurde, wie sein Vater lange Zeit dachte, er sei mit dem Bruder umgekommen. Auch als der Gedenkstättenleiter das erste Mal in diesen Tagen sein "Liebe Damen und Herren, liebe Überlebende" hören lässt.

Eine junge Frau fasst den alten Mann am Arm, führt ihn ein Stückchen von der Gruppe weg, nickt dabei beständig. In diesen ersten Minuten wird vielen klar: Zuhören wird in diesen Tagen ihre Hauptaufgabe sein. Aber sie sind ja auch deswegen gekommen. Um die verheerenden Geschehnisse direkt an diesem Ort von eben jenen zu hören, die sie erlebt haben.

Rund 80 Jugendliche haben sich gemeldet, als die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten nach Freiwilligen suchte. Die geladenen Zeitzeugen sollten sie betreuen und deshalb möglichst Russisch oder Polnisch können. Und jung sollten sie sein. Denn einer der Schwerpunkte der Feiern, so hieß es, sei die Begegnung der Generationen. Gemeldet haben sich fast nur Studenten. Die meisten studieren Geschichte, manche haben vorher schon an Workcamps der Aktion Sühnezeichen teilgenommen, einer hat seinen Zivildienst in einer anderen Gedenkstätte absolviert. Die 21-jährige Anna ist eine der wenigen, die noch nie etwas in diese Richtung gemacht haben. Auch mit ihrem Jurastudium ist sie unter den Helfern eher eine Exotin.

Mehr als 200.000 Gefangene waren im KZ Sachsenhausen zwischen 1936 und 1945 inhaftiert. Rund 380 Überlebende haben die Einladung zu der Feier angenommen. Fast alle sind über 80. Dass die meisten der Gäste gekommen sind, um vor allem jungen Leuten ihre Geschichte zu erzählen, merkt auch Anna schnell. "Wir haben in einer Munitionsfabrik gearbeitet", beginnt der Mann zu erzählen, den sie gefragt hat, ob sie ihm helfen kann. Er lebt er in Israel, ursprünglich kommt er aus Polen, zu Hause fühlt er sich wohl nirgendwo. Es würde immer drücken, sagt er dann, und zeigt mit zitternden Fingern auf die Kehle. Er sei heute zum ersten Mal wieder hier. Er erzählt noch einiges, vieles durcheinander. Doch "ein Viertel von 500 Gramm Brot am Tag" ist zu verstehen und: "das waren sehr schlechte Menschen hier, den ganzen Tag geschimpft, geschlagen". "Thank you", sagt sein Sohn, der ihn begleitet, nickt distanziert und führt ihn weiter zur jüdischen Baracke.

Anna hat die ganze Zeit mit hoch gezogenen Augenbrauen zugehört, genickt, mit den Fingern am Ausschnitt ihres schwarzen Pullis gespielt. Es sei schon beeindruckend, wenn Zeitzeugen direkt erzählten, was ihnen passiert ist, sagt sie später. Ob sie sich schuldig fühle in solchen Momenten? "Ich? Wieso denn?", fragt sie ehrlich überrascht. Als Deutsche? "Nein. Überhaupt nicht." Sie habe die Diskussionen um dieses "Sind wir noch schuldig oder nicht?" ein bisschen satt, das hat sie schon in einem anderen Gespräch gesagt. In der Schule sei es zwangläufig immer auf diese Frage hinausgelaufen, wenn in Geschichte oder Deutsch die Nazizeit thematisiert wurde. Dabei kenne sie niemand in ihrem Alter, der tatsächlich noch persönliche Schuld empfinde.

Tatsächlich antworten viele der 20-jährigen Helfer in Sachsenhausen in diesen Tagen so. Verantwortung, die Geschichte nicht zu vergessen - natürlich. Aber Schuld - nein. "Sie geht damit um, wie mit Geschichte", bestätigt auch Günter Morsch, der Leiter der Gedenkstätte, der dritten Generation nach dem Holocaust. Der Antrieb der jungen Helfer sei ein anderer. "Sie wollen verstehen, wozu Menschen fähig sind. Und sich bewusst gegen Rassismus positionieren."

Auch, sagt Morsch, weil die Großeltern zu Hause nur die eigene Leidensgeschichte erzählten und die Frage nach ihrer Verantwortung oft rundheraus ablehnten. Und die Enkel sich mit deren Geschichte nicht auseinander setzten. "Meine Generation hat diese Legenden in den 70er-Jahren zerpflückt." Aber während Eltern für Jugendliche eine natürliche Reibungsfläche seien, sei die Güte der Großeltern nur für wenige antastbar.

Die Erzählungen in Sachsenhausen scheinen das zu bestätigen. Die Oma wohne in einem Hundert-Seelen-Dorf am Bodensee und habe zehn Kinder gehabt, sagt einer. "Das war eine andere Welt." Und was die Großväter als Soldaten gemacht hätten, "war wohl im Rahmen des Vertretbaren". Ein anderer sagt, alle seine Großeltern seien vor seiner Geburt gestorben, deshalb wisse er nur wenig über sie. "Aber ins System eingebunden waren sie wohl definitiv nicht", fügt er schnell hinzu. Er hätte das schon als "Makel" empfunden.

Annas Oma erzählt viel vom Krieg. Von den gellenden Schreien der Soldaten, die sie als Krankenschwester behandelt hat, von fehlenden Gliedmaßen. Der Opa ist tot, der war Ingenieur und musste deshalb wohl nicht an die Front, sagt sie. Und was man gesehen hat und was nicht: "Das muss doch jeder für sich ausmachen." Da nachzufragen, das stehe ihr "schlicht nicht zu".

Schuld ist nicht das Thema in Sachsenhausen. Auch nicht seitens der Überlebenden. "Sie werden eine gehörige Portion Menschlichkeit erleben, die Ihnen den Atem rauben wird", hatte der Gedenkstättenleiter den Helfern vor Beginn in etwas schwülstigem Ton angekündigt. Doch viele der Helfer geben am Ende des Tages zu, dass er Recht hatte.

Irgendwann auf ihrem Rundgang trifft Anna auf einen Ukrainer, der in einem Rollstuhl über das Gelände gefahren wird. Er hat seine Häftlingskleidung an, "weil er zeigen will, dass es wirklich stimmt", sagt seine Übersetzerin. Gern will er sich fotografieren lassen, "mit so einer schönen Frau", sagt er, lächelt ein breites Lächeln, wirft Anna Kusshändchen zu.

Seit Anfang April ist Petro Mischuk in Deutschland, erzählt seine Dolmetscherin. Um alle Konzentrationslager zu besuchen, in denen er eingesessen hat. Je ein Plastikbutton von Dora und einer von Buchenwald hängen schon an seiner linken Brust. Und jetzt hier in Sachsenhausen. Kurz zuvor waren sie an der "Station Z", der ehemaligen Erschießungsanlage, die neu gestaltet wurde und eigentlich erst am nächsten Tag mit der offiziellen Gedenkfeier eröffnet werden soll, erzählt ein Helfer, der ihn dorthin begleitet hat. "Er hat einfach den Bauzaun beiseite gestellt und ist reingegangen. Und wir haben ihn gelassen." Fotos habe Mischuk dort gemacht, eine gelbe Rose abgelegt und seinen Namen mit einem Filzstift ganz klein an eine Wand geschrieben. "Er hat sie inoffiziell eingeweiht", sagt der Helfer, "und ich bin froh drum." Weil Petro Mischuk schon einmal dort war vor über 60 Jahren. Fünf andere wurden neben ihm erschossen, er musste die Leichen wegräumen.

Von dieser Geschichte weiß Anna nur einen Bruchteil, als sie mit Petro Mischuk und seine Dolmetscherin zusammen ist. Aber als sie nachher gefragt wird, welches das beeindruckendste Erlebnis war, nennt sie die Begegnung mit ihm. Irgendwo auf ihrem Weg wurde er plötzlich unruhig und zeigte auf einen entgegenkommenden Rollstuhlfahrer. Jeder redete in seiner eigenen Sprache, einer Ukrainisch, einer Französisch. Minutenlang schüttelten sie sich die Hände, verlangten dann ein Foto nach dem anderen. Streckten dabei die Hände in die Höhe. Und wollten zum Schluss auch ein Gruppenfoto mit Anna und den anderen Helfern.

taz Nr. 7642 vom 18.4.2005, Seite 13, 231 Zeilen (TAZ-Bericht), ANNE SEITH

taz muss sein: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert?

Alle auf dem Weg nach Hause :-(((

So, es ist Montag Morgen. Die letzten internationalen Gäste steigen gerade in ihre Busse, mit denen sie jetzt noch ca. 30 Stunden unterwegs sein werden, ehe sie in Moskau oder Litauen eintreffen werden. Die israelische Gruppe landet in Kürze in Tel-Aviv. Die Niederländer sind seit gestern daheim, genau wie die Deutschen. Der Zug mit den Slowaken kommt heute gegen 23 Uhr in Komarno an. Die Polinnen sitzen noch im Bus. Und die Norwegen müssten schon zu Hause sein, vielleicht schon wieder in der Schule?! (Ach, wie schön war das Camp...).

Das Team erledigt die Restarbeiten: Vergessene CDs hinterschicken, Abrechnung, Pressespiegel. Und träumt schon vom nächsten Jahr...

¿Hablas español?

Ein schönes Foto, sogar in der spanischsprachigen Welt veröffentlicht. Leider sagt der Text dazu nichts über unser geliebtes Workcamp... Aber guckt selbst nach Caracas in Venezuela!

Auch n21 war da!

60 Jahre Freiheit - aber die Erinnerung lebt!

Die n-21 Onlineredaktion des Theodor-Heuss-Gymnasium Wolfsburg war am Freitag, den 15.04.2005 exklusiv für Sie unterwegs und berichtet diesmal von einer ganz besonderen Veranstaltung: Wir besuchten die Gedenkfeier anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung der Überlebenden des Nazi-Regimes im ehemaligen Konzentrations- und Endlager Bergen-Belsen. Unsere Schule ist seit Jahren Fördermitglied in der AG Bergen-Belsen und alle Klassen des zehnten Jahrgangs besuchen jedes Jahr das ehemalige Konzentrationslager. Viele Schüler des THG-Wolfsburg haben sich vor der Gedenkfeier an einer Friedentauben-Aktion als Zeichen der Verbundenheit mit den Holocaust-Opfern beteiligt. Für uns war es auch deshalb ein besonderes Anliegen, die Gedenkfeier zu dokumentieren und von den vielen persönlichen Eindrücken zu berichten, die wir von diesem Tag mitnehmen konnten.

Als wir in Bergen-Belsen ankamen, hörten wir uns zuerst den Vortrag einer Überlebenden an. Marion Blumenthal-Lazan erzählte ihre Geschichte, die sie als kleines Mädchen hier in Deutschland erlebte. Heute vor 60 Jahren, es war an einem Sonntag, wurde das Lager von britischen Soldaten befreit. Doch Marion Blumenthal-Lazan durfte die Befreiung damals nicht mit erleben. Sie war nicht hier, sie musste noch aushalten. Kurz vor der Befreiung wurden sie und ihre Familie aus dem Lager gebracht, um sie möglicherweise noch als sogenannte „Austauschjuden“ für deutsche Kriegsgefangene zu benutzen. Sie mussten noch bis zum 23. April 1945 warten. Heute lebt Frau Blumenthal-Lazan in New York und berichtet vielen Menschen auf der ganzen Welt von ihren schlimmen Erlebnissen im Holocaust.

„Ich bin heute morgen hier, um meine Geschichte zu erzählen. Es ist meine Geschichte vom Holocaust. Es ist eine Geschichte von Ausdauer, Glaube und hauptsächlich Hoffnung. Es ist auch eine Geschichte, die Anne Frank erzählt hätte, wenn sie durchgehalten hätte.
Unser Leben Anfang 1930 in Deutschland war für meine Familie so, wie es heute für euch ist. Nie hätten wir gedacht, dass antisemitistische Ereignisse unser Leben so zerstören könnten. Mein Vater besaß ein Schuhgeschäft in einem kleinen Dorf hier in der Nähe, Hoya heißt es, und meine Eltern, mein zwei Jahre älterer Bruder und ich wohnten mit meinen Großeltern über dem Geschäft. Doch das Leben für Juden wurde schwieriger und schwieriger und 1935 kamen die Nürnberger Gesetze. Hier sind nur einige davon:
Ø Juden war es nicht erlaubt in Kinos, Theater, Parks oder Schwimmbäder zu gehen.
Ø Öffentliche Schulen waren für jüdische Kinder geschlossen.
Ø Juden durften nur zu bestimmten Tageszeiten einkaufen. Und Nicht-Juden durften nicht in jüdischen Geschäften einkaufen.
Ø Nicht-Juden durften einfach nicht gesehen werden mit Juden.
Ø Und der große Buchstabe „J“ für Jude wurde auf Ausweise und Pässe gestempelt.

Diese Einschränkungen sind immer weiter gegangen und meine Eltern beschlossen Deutschland zu verlassen. Meine Großeltern waren schon über 70 Jahre alt, krank und wollten ihr Heim nicht aufgeben. Sie konnten die Notwendigkeit auch nicht begreifen. Beide starben 1938 und bald danach erhielten wir unsere Dokumente für die Auswanderung nach Amerika. Damals war ich gerade 4 Jahre alt. Wir waren gezwungen, unser Geschäft für einen kleinen Teil seines Wertes zu verkaufen und kurz danach zogen wir nach Hannover.
Früh morgens nach der „Kristallnacht“ vom 9.November 1938 wurde mein Vater verhaftet und ohne unser Wissen in das Konzentrationslager Buchenwald transportiert. Ich wusste nicht, ob ich meinen Vater je wiedersehen würde. Zur selben Zeit nahm die Polizei Decken von uns und taten alle kostbaren Dinge hinein, knoteten sie zusammen, warfen sie über die Schultern und gingen damit weg. Mein Vater wurde nach zehn Tagen entlassen und das nur, weil unsere Papiere für die Auswanderung nach Amerika in Ordnung waren. Erst kurz davor hatte er das „Eiserne Kreuz“ für seinen Militärdienst im Ersten Weltkrieg bekommen.
Im Januar 1939 wurden wir in Holland aufgenommen und von dort wollten wir nach Amerika auswandern. Für die nächsten neun Monate mussten meine Eltern für 125 jüdischen Kinder sorgen, die von ihren Eltern aus verschiedenen europäischen Ländern geschickt wurden, um sie vor den Nazis zu schützen.
Im Dezember 1939 wurden wir alle ins Aufenthaltslager Westerborg in Holland gebracht. Dort haben wir mit vielen anderen auf unsere Quotennummern nach Amerika gewartet. Westerborg war von den Holländern gebaut für europäische Juden, die vor den Nazis geflüchtet waren.
Im Mai 1940, einen Monat vor unserer geplanten Auswanderung nach Amerika, haben die Deutschen Holland besetzt und wir waren gefangen. Alle unsere Sachen, die schon auf dem Schiff waren, wurden zerstört und verbrannt, als der Hafen Rotterdams bombardiert wurde.

In Westerborg teilten meine Eltern, mein Bruder und ich uns zwei kleine Zimmer. Damals gab es noch genug zu Essen, sodass wir nicht hungern mussten. Meine Eltern arbeiteten, mein Vater reparierte Schuhe und meine Mutter arbeitete in der Küche. Wir Kinder hatten wenig Schule und die Tage waren langweilig und sehr lang. Damals war ich gerade 6 Jahre alt.
Ein paar Monate später, als die Deutschen SS Westerborg eingenommen hatten, wurden wir bekannt gemacht mit dem grauenhaften Stacheldraht. Als Tausende Juden verhaftet und viele aus ihren Verstecken geholt wurden, genau so wie Anne Frank und ihre Familie, wurde Westerborg überfüllt und wir mussten unsere Zimmer mit einer anderen Familie teilen.
Und dann begannen die schrecklichen Transporte zu den Konzentrations- und Vernichtungslagern nach Osteuropa. Diese Transporte haben Anfang 1942 begonnen, jeden Dienstag Morgen. Männer, Frauen und kleine Kinder mussten zur Station gehen, von wo sie Richtung Osten transportiert wurden.

Im Februar 1944 kam unsere Zeit. Wir Kinder waren naiv und freuten uns über die Abwechslung. Wir durften einen Rucksack pro Person mitnehmen und was wir da reinstopfen konnten, das durften wir behalten. Als wir zur Station kamen und die vielen Viehwagen sahen, bekamen wir es mit der Angst zu tun.
Ich erinnere mich, dass es bitterkalt, stockdunkel und eine regnerische Nacht war, als wir im KZ Bergen-Belsen ankamen. Die Deutschen Wachen haben uns angeschrieen und mit Gewehren und gemein aussehenden Polizeihunden begrüßt. Ich war klein, gerade 9 Jahre alt, und hatte eine Riesenangst.
Bergen-Belsen war in verschiedene Abteilungen unterteilt und von elektrischen Zäunen, Stacheldraht und hohen Wachtürmen umgeben. Unsere Abteilung war das „Sternlager“, so genannt, weil wir den gelben Judenstern weiter tragen mussten.

(Bild ist in Überschrift oben verlinkt)
Frau Blumenthal-Lazan mit ihrem "Judenstern"


600 unserer Leute waren in jeder Baracke untergebracht, die im Ersten Weltkrieg eigentlich nur für je 100 russische Gefangene gebaut wurden. Die Baracken hatten keine Fenster, waren dunkel, primitiv und immer kalt. Die sogenannten Betten waren drei Etagen hoch und zwei Personen mussten jedes Bett teilen. Ich war froh und hatte sehr viel Glück, dass ich mit meiner Mutter ein Bett teilen konnte. Mein Bruder durfte mit meinem Vater das Bett teilen.
Könnt ihr euch vorstellen, dass zwei fremde erwachsene Menschen in einem engen Bett zusammen schlafen mussten? Wie ihr wisst, ist der deutsche Winter lang und kalt. Wir hatten nur eine dünne Decke und eine Strohmatratze.

Ich erinnere mich, als ich zum erstem Mal einen Wagen sah und dachte, er wäre vollgefüllt mit Holz, für den einen kleinen Ofen in der Baracke, der natürlich niemals benutzt wurde. Ich habe bald gemerkt, dass der Wagen voll war mit nackten toten Menschen, die aufeinander gepackt waren.
Die Toiletten waren lange Holzbänke mit Löchern, weit weg von den Baracken. Wir hatten keine Privatsphäre, kein Toilettenpapier, keine Seife und wenig Wasser, um uns zu waschen. Und in beinahe anderthalb Jahren in diesem Dreckstall Bergen-Belsen konnten wir nicht ein einziges Mal unsere Zähne putzen.
Hier gab es keine Blumen, keine Bäume und niemals sahen wir Gras. Und wenn es geregnet hatte, mussten wir durch den Dreck laufen und das machte unser Leben noch trauriger und unglücklicher.

Jeden Morgen mussten wir Appell stehen. Fünf Personen in einer Reihe, um gezählt zu werden. Manchmal mussten wir den ganzen Tag dastehen, ohne Essen, ohne Wasser, in jedem Wetter und ohne warme Kleidung. Wir hatten sehr oft Frostbeulen und mussten unsere gefrorenen Zehen und Finger mit unserem eigenen Urin wärmen.
Unsere Diät bestand aus einer Scheibe Brot, einem kleinen Stück Margarine und warmem Wasser mit Steckrüben, Kartoffeln und Mohrrüben. Die Ration Brot bekamen wir später nur noch einmal in der Woche und auch nur, wenn unser Bett 100 Prozent in Ordnung war.
Einmal im Monat durften wir duschen und wir mussten uns unter strengster Bewachung ausziehen. Wir hatten schon von den gefürchteten Gaskammern gehört und wussten darum niemals, ob Wasser oder Gas aus den Duschen kommen würde.

Die Nazis taten ihr bestes um uns körperlich und geistig zu zerstören. Sehr oft haben unsere Leute versucht wegzulaufen. Natürlich ist ihnen das selten gelungen. Oft haben wir die Menschen tot am Stacheldraht hängen sehen.
Unterernährung, Durchfall und fehlender Überlebenswillen machten den Körper und die Seele kaputt. Jeden Tag sah man Leichen herumliegen und sehr oft sind wir sogar über die Toten gestolpert. Sie konnten nicht schnell genug weggebracht werden. Wir als Kinder haben Furchtbares gesehen. Ich weiß, dass ihr alle davon gelesen oder gehört habt, Filme gesehen habt vom Holocaust, aber der schreckliche Schmutz, Gestank und die Umgebenheit von Toten ist unbeschreiblich, sowohl mit Worten als auch mit Bildern. Unser gesamter Körper, unsere Haare und unsere Klamotten waren voll mit Läusen.
Ich hatte mir eingebildet, dass, wenn ich vier kleine Kiesel oder Steinchen ungefähr in der selben Größe finden würde, meine Familie überleben würde. Es war ein schmerzhaftes Spiel, denn was würde sein, wenn ich nur zwei oder drei Steine finden würde? Trotz allem hat mir dieses abergläubische Spiel Hoffnung gegeben.

Die jungen Leute und Männer haben am meisten gelitten und starben zuerst. Die am längsten gelebt haben und irgendwie durchgekommen sind, waren die Frauen und hauptsächlich die Mütter. Der starke Wille ihre eigenen Kinder durchzubringen, gab ihnen die Kraft durchzuhalten. Meine Mutter ist eine von diesen unglaublichen, tapferen Frauen. Ich bin überzeugt, dass es ihre innere Stärke, ihre energische und optimistische Natur war, die uns am Leben hielt. Heute ist sie 97 Jahre alt und lebt ganz in der Nähe von uns. Sie ist eine wunderbare, bemerkenswerte Frau.
Eines Tages gelang es meiner Mutter, die in der Küche gearbeitet hat, ein paar Kartoffeln und Salz zu schmuggeln. Eine leere Blechdose diente als Kochtopf und kleine Holzstücke unseres sogenannten Bettes dienten als Feuerholz und so versuchte meine Mutter heimlich Suppe zu kochen. Dies taten wir auf unserem Bett. Ich saß bei ihr, um ihr zu helfen. Die Suppe fing langsam an zu kochen und war beinahe fertig, als die SS uns überraschte. In der Eile das alles zu verstecken, kippte der Topf mit der kochenden Suppe auf mein Bein. Wir hatten gelernt uns zu beherrschen und Selbstkontrolle zu haben. Ich wusste genau, dass unser Leben in Gefahr sein würde, wenn ich geschrieen hätte. Das passierte im April 1945 und ich war gerade 10 Jahre alt.

Die Bevölkerung von Bergen-Belsen hatte sich sehr vermindert, aber nicht schnell genug für die Nazis. Einige Wochen später wurden drei Züge voll mit unseren Leuten in den Osten geschickt zu den Vernichtungslagern und Gaskammern. Meine Familie war mit 2500 anderen im letzten der drei Züge. Es war April 1945 und die Russen kamen von Osten und die Engländer und Amerikaner von Westen. Unter normalen Umständen hätte die Zugfahrt zehn Stunden gedauert, aber damit unser Transport nicht in die Hände der Alliierten fallen sollte, waren wir zwei lange Wochen unterwegs, ohne Essen, ohne Wasser, ohne Medizin und ohne Toilettengebrauch. Wenn der Zug hielt, durften Leute, die noch kräftig genug waren, hinaus, um Wasser aus dem Fluss zu trinken. Meine Mutter erinnert sich, dass sie einen Topf genommen hat und damit das Wasser aus der Lokomotive gesammelt hat. Dieser Topf war auch schon zu anderen Zwecken genutzt worden. Und immer, wenn der Zug gehalten hat, wurden die Toten entlang der Schienen begraben. Dieser Zug war die Hölle auf Rädern. 500 Menschen, also ein Fünftel des Transports, sind auf der Fahrt oder kurz danach gestorben.
Mein verbranntes Bein war in einem schrecklichen Zustand, voll mit Eiter und Läusen. Ende April 1945 kamen die deutschen Soldaten plötzlich durch den Zug und verlangten Männerkleidung, um nicht als deutsche Soldaten erkannt zu werden. Da wussten wir, dass der Krieg endlich am Ende war. Es war die russische Armee, die uns befreite und uns ins nächste Dorf, Tröbitz, brachte. Viele Bewohner waren aus Tröbitz geflüchtet und wir übernahmen ihre Häuser. Die Küchen waren voll mit gutem Essen, doch unsere ausgehungerten Körper konnten das ungewohnte, nahrhafte Essen nicht vertragen. Um diese Zeit wog ich als Zehnjährige nur 10 Kilo.
Die Russen haben uns so gut wie möglich behandelt und mein Bein wurde medizinisch versorgt, kurz bevor es mir hätte abgenommen werden müssen. Als ich kräftiger wurde, habe ich auch wieder laufen gelernt. Inzwischen wurden unsere Köpfe geschoren, um uns von den Läusen zu befreien.

Ich kann mich gut an das Frühjahr 1945 erinnern, das Wetter war schön, klar und sonnig, Blumen fingen an zu blühen und die Vögel sangen. Es war ein wunderbares Gefühl endlich frei zu sein.

Wir hatten alle Typhus, aber mein Vater musste davon sterben, sechs Wochen nach der Befreiung. Er war nur 47 Jahre alt. Und dies nach sechseinhalb Jahren geistiger und körperlicher Qual. Mein zwölfjähriger Bruder Albert hat unseren Vater selbst begraben und meine Mutter wurde eine 37jährige Witwe mit zwei jungen Kindern, ohne Heimat, ohne Geld und ohne Zuhause.

Wenn ich von dieser Zeit spreche, ist es, als ob ich aus einem bösen Traum erwache. Ich versuche mich zu überzeugen, dass das nicht mir passiert ist und dieser Gedanke hilft mir darüber zu sprechen.

Mein Bruder und ich wurden in einem Kinderheim aufgenommen, wo wir ein neues Leben angefangen haben und wo wir vorbereitet wurden, nach Palästina, jetzt Israel, auszuwandern. Ich musste mich an alles neu gewöhnen. Zu dieser Zeit habe ich auch mit der Schule angefangen und im Kinderheim lernten wir hebräisch, um später nach Palästina auswandern zu können.
Damals war Palästina unter englischer Kontrolle und sie erlaubten nur einer bestimmten Anzahl von Leuten dort einzureisen. Also beschloss meine Mutter, dass wir nach Amerika auswandern wollten. Die Kosten für die Schiffsreise nach Amerika, die schon 1939 bezahlt war, war uns gutgeschrieben worden.
Am 23. April 1948 sind wir endlich in Amerika angekommen, genau 3 Jahre nach unserer Befreiung. Weil ich kein Englisch sprechen konnte, war ich mit 13 Jahren in der 4. Klasse mit 9jährigen zusammen. Um schneller voranzukommen habe ich Extrakurse genommen, bin im Sommer zur Schule gegangen und habe sehr schwer gearbeitet, um mit 18 Jahren das Abitur zu machen, das war nur fünf Jahre später. Ich war die achtbeste Schülerin in einer Klasse von 267 Schülern.
Zwei Monate später habe ich meinen Mann geheiratet, er war 19 und ich war 18 Jahre alt. Wir haben drei verheiratete Kinder, die uns insgesamt neun Enkelkinder beschert haben.

Ihr müsst wissen und ich denke ihr merkt es, dass es schwer für mich war, diese Geschichte zu erzählen. Ich habe das hunderte Male getan, ich habe zu über 300.000 Menschen gesprochen in den letzten Jahren, in Israel, Deutschland und Amerika. Doch es muss darüber gesprochen werden, es muss erzählt werden. Diese Geschichte muss geteilt werden, ganz einfach weil wir in ein paar Jahren nicht mehr hier sein werden und niemand mehr aus erster Hand erzählen kann. Ich bitte euch, teilt meine Lebensgeschichte und alle Holocaust-Geschichten, die ihr gelesen und erzählt bekommen habt. Bitte, teilt sie mit euren Freunden, teilt sie mit euren Verwandten und irgendwann teilt sie mit euren Kindern und mit euren Enkelkindern, denn ihr seid die letzte Generation, die diese Geschichten aus erster Hand erzählt bekommen hat. Das Grauen des Holocausts muss weitererzählt werden, denn nur so können wir sicher sein, dass so etwas nie mehr wieder passieren wird.
Jeder von uns muss alles tun, was in seiner Macht steht um so etwas schreckliches zu verhindern. Wir können mit Liebe, Respekt und Toleranz füreinander anfangen, egal welcher Glaube, egal welche Hautfarbe, egal welche Nationalität. Wenn jeder damit zu Hause anfängt, in der Schule, in seinem Dorf, dann können wir auf der ganzen Welt Frieden haben. Wir müssen Brücken bauen zwischen einander und mehr Verständnis zeigen füreinander.
Und seid ehrlich zu euch selbst und glaubt an euch, folgt nicht blind irgendeinem Führer ohne darüber nachzudenken, was die Konsequenzen sein können und euer Herz zu benutzen.
Erinnert euch daran, teilt es, aber vor allem lebt immer danach und vergesst es niemals!
Das sind alles Botschaften, die wir alle kennen, sie müssen jedoch von Zeit zu Zeit wieder in das Bewusstsein gerufen werden und dies ist bestimmt eine gute Zeit dafür.“


(Bild ist oben verlinkt)
Mareike, Sonja, Frau Blumenthal-Lazan, Steffi (v.l.)


Nach diesem ergreifenden Vortrag hatte unsere Online-Redaktion die Möglichkeit, mit den Teilnehmern des diesjährigen Internationalen Jugendcamps zu sprechen.

(Bild ist oben verlinkt)

Frage: Was habt ihr in dem Camp gemacht?

Antwort: Wir sind aus neun verschiedenen Nationen z.B. Weißrussland, Slowenien, Norwegen und Israel und wir haben eine Außengruppe, die auf dem Gelände in Bergen-Belsen arbeitet und eine Kunstgruppe, die im ehemaligen Frauenlager die Überreste der Baracken etwas verschönern. Dann gibt es noch die Theatergruppe, die macht Skulpturen. Außerdem gibt es noch zwei Gruppen, die sich mit Zeitzeugen beschäftigen.


Frage: Wie lange dauert das Camp?
Antwort: Von Samstag, dem 09.04.2005 bis Sonntag, den 17.04.2005.

Frage: Wie alt muss man sein um teilnehmen zu dürfen?
Antwort: Eigentlich 16, aber es gibt auch etwas Jüngere hier.

Frage: Wie viele Jugendliche haben dieses Jahr teilgenommen?
Antwort: Ungefähr 60 Jugendliche.

Frage: Wie seid ihr auf die Idee gekommen mitzumachen?
Antwort: Mein Vater ist hier Teamer und der hat mir davon erzählt.
Antwort: Ich eigentlich durch die Schule. Ich war letztes Jahr schon hier und das hat mir so gut gefallen, dass ich noch mal hier her wollte.

Frage: Hattet ihr Spaß hier?
Antwort: Ja, auf jeden Fall, das war total gut und wir würden jederzeit wieder teilnehmen.

Die anschließende Gedenkveranstaltung am Obelisken wurde von Frau Blumenthal-Lazan und dem Internationalen Workcamp gestaltet. Sie sprachen über bewegende Dinge, denn die Veranstaltung stand unter dem Motto „Dialog der Generationen“.
Wir waren nicht die einzigen Redakteure vor Ort. Verschiedene Radio- und Fernsehsender berichteten live aus Bergen-Belsen. Aber nicht nur das Interesse der Öffentlichkeit, sondern vor allem unsere Eindrücke zeigen uns ganz deutlich, dass besonders wir Jugendlichen eine Verantwortung übernehmen können, dass die Schrecken der Nazi-Zeit nie wieder Wirklichkeit werden können.
Am Sonntag wird eine weitere Veranstaltung in Bergen-Belsen folgen, bei der unter anderem der Grundstein für das neue Dokumentenhaus gelegt werden soll.
Weitere Fotos von der Gedenkfeier finden Sie unter der Rubrik "Fotos" am Seitenanfang!

Samstag, April 16, 2005

Besuch aus den Niederlanden? Welkom!

Hallo Herr Fransen,

die offizielle Gedenkfeier beginnt um 11 Uhr. Da viele Besucher kommen werden, wird es mit den Parkplätzen schwierig werden. Aber Sie dürfen gern kommen, die Feier ist öffentlich.

Das Programm des Workcamps:

11 Uhr: Teilnahme an der Gedenkfeier bis ca. 13/14 Uhr

anschließend: Mittagessen in den Zelten des Workcamps auf dem Außengelände

anschließend: Abschied vom Gelände der Gedenkstätte

16:30 Uhr Fahrt zum Anne-Frank-Haus des CVJM in Oldau

Ab 17 Uhr: Abreise der Jugendlichen

Wir würden uns freuen, Sie kennen zu lernen. Sie können über das Workcamp übrigens auch im Weblog lesen: www.jsnds.de

Das offizielle Programm finden Sie sicher auch unter

www.bergen-belsen.de

Mit freundlichen Grüßen

Volker Walpuski



phfransen schrieb am 16.04.05 16:06:35:

Herr Volker W.,
Morgen werde ich vier meiner Schüler vom Workcamp abholen. Sie werden erst noch an die Gedenkfeier in Bergen-Belsen teilnehmen.
Ist es auch für mich als individuelle Person möglich an die Gedenkfeier teil zu nehmen? Wenn ich doch die Reise mache möchte ich gerne früh anreisen und an diese offizielle Gedenkfeier teilnehmen. Als Lehrer Geschichte sehe ich dies als ein historisch wichtiger Moment.
Können Sie mir darüber kurz berichten und vielleicht auch über das program von das Internationale Jugendworkcamp an diesem Tag.

Viele Grüsse,

Peter Fransen
Lehrer von die Schüler von das Raayland College aus Venray (die Niederlände)

Schon Schluss?

Nach einer superprimagelungenen Präsentation der Arbeitsergebnisse nutze ich die kurze Pause zum Bloggen.
Heute Abend ist schon die Abschlussparty, deshalb habe ich auch nicht viel Zeit zum Bloggen, sorry. Morgen sind wir dann bestimmt im Fernsehen. Bei der Grundsteinlegung des Neubaus wird Aga aus Polen mit auf der Bühne sitzen und für die Jugendlichen mit den Grundstein für den Dokumentationszentrumsneubau legen. Zu erkennen sind wir übrigens an den gelben Schals mit dem schicken Signet (hat Wolf Leo entworfen!). Also: (fast) Überall wo's gelb leuchtet, ist Jugendarbeit drin! Angeblich berichtet der NDR live im Fernsehen und Hörfunk, und im ZDF gibt's bestimmt auch was zu sehen.

Na, und wenn wir dann von der Gedenkstätte zurück kommen, dann fahren auch schon alle fast sofort nach Hause. Nur für ein paar ausländische Gäste geht es erst am Montag zurück.

So, jetzt aber zur Abschlussparty!

Freitag, April 15, 2005

Working outside / Wo hängt der Hammer?

Heute haben wir, die Teilnehmenden der Gruppe 5, hart gearbeitet. Wir haben beim Nebengebäude am Schwimmbecken im SS-Bereich einen Pfad angelegt, weil wir nicht wollen, dass die Besucher weiterhin über das Fundament laufen. Wir haben den Pfad entlang des Fundaments gegraben. Die Arbeit war sehr hart. Die Archäologin hat erwartet, dass es drei Tage dauern würde, aber wir haben es an einem Tag geschafft. Wir haben außerdem das ganze Fundament sauber gemacht. Während der Arbeit kamen auch Fotografen und Reporter. Die meisten Mitglieder unserer Gruppe sind interviewt worden. Abschließend wollten wir einen Zaun um das Fundament bauen. Leider war uns dies nicht möglich, weil die Erde zu hart war; später stellten wir fest, dass dort weitere erdbedeckte Fundament sind.
Fazit: Das Team war sehr zufrieden mit uns. Der Weg ist jetzt fertig, und am Sonntag können die Leute, die zur Gedenkfeier kommen, darauf laufen.


Today we have worked hard at the side building and the swimming pool within the SS area. We dug a path, because the people shouldn’t walk across the foundations of the side building anymore. We dug a path next to the foundations. We worked very hard. The archeologist thought it would cost three days to make the path, but we did it in one day. We also cleaned the foundations. While we were working, there were many people from the media, to take pictures and interviewed most of the members of our group. We also wanted to construct a handrail but it wasn’t possible because the earth was very hard and later we noticed that there are further foundations still covered by earth.
Conclusion: The team was satisfied. The path is done and on Sunday the visitors of the memorial ceremony can walk on it.

Arne (D), Darius (LT), Franziska (D), Jesper (NL), Laura (D), Matej (SK), Remy (NL) & Yvonne (D) & Team: Rike & Frank.

Gestalten? Art? Kunst? Rembrandt? Wolf Leo & Team!

Wir sind die so genannte Gestaltungsgruppe. Eigentlich weiß keiner, was wir so machen. Bis vor kurzem wussten wir das auch nicht. Nachdem jedoch erste Verständigungsschwierigkeiten überwunden waren (Leo, Wolf, oder beides zusammen?), nahm unser „blaues Wunder“ langsam Gestalt an.
Die Idee war, die Form einer Baracke im Großen Frauenlager mittels blauer Bänder zu beschreiben, mit der Intention, die positive Energie unserer internationalen Gemeinschaft an diesen traurigen Ort zu bringen.
Mit gelegentlicher Hilfestellung von Wolf Leo konnten wir unserer Fantasie freien Lauf lassen, neue Materialien ausprobieren oder „kreative Schöpfungspausen“ einlegen.
Einzige Wermutstropfen: Kontinuierlicher Sonnenbrand, Presseleute und gelegentliche Müdigkeitsanfälle.

We are the so called designgroup. Actually nobody knows what we’re doing the whole day. A couple of days ago we did neither. After having solved the communication problems (Leo, Wolf, or both together?), our “blue miracle” took shape.
The idea was to describe the form of a hut in the Great Womenscamp by blue ribbons, with the intention to bring the positive energy of our international community to this sad place.
With some help of Wolf Leo we could express our imagination, try new materials and do “creative relaxing”.
The only negative aspects: Permanent sunburn, journalists and here and there some attacks of tiredness.

Unsere unschlagbare Truppe bestand aus:
Our unbeatable group consisted of:

Annamária (SK), Ewa (PL), Vera (PL), Noa (IL), Migle (LT), Max (D), Anna (D) & Julia (D) & Team: Wolf und Lisa.

Ein Treffen mit / Meeting Marion

Unsere Gruppe hat mit Marion, einer Überlebenden des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, ein Zeitzeugengespräch geführt. 1925 in Frankfurt am Main (D) geboren, zog sie mit ihrer Familie 1935 nach Amsterdam (NL). 1940 hat die deutsche Wehrmacht die Niederlande überfallen, und 1943 wurde Marion Bienes in das KZ Westerbork deportiert. Marion kam im Februar 1944 nach Bergen-Belsen, wo sie 14 Monate inhaftiert war. Im April 1945 wurde sie bei Tröbitz (D) durch sowjetische Truppen in einem Zug befreit, der sie ursprünglich nach Theresienstadt bringen sollte.
Wir haben die Vorbereitung für das Zeitzeugengespräch mit Marion Bienes mit einem „Brainstorming“ über die Shoa begonnen.
Marion hat uns ihr Bergen-Belsen gezeigt und ließ uns an ihrer ganz persönlichen Geschichte teilhaben. Der Rundgang über die Gedenkstätte hat unsere Gruppe sehr beeindruckt, da Marion sehr emotional und authentisch berichtet hat.
Im Interview hat sie unsere Fragen sehr ausführlich beantwortet und sprach über ihr Leben nach der Befreiung. Sie studierte Gesang und war bis Anfang der 90er Jahre auf Bühnen der ganzen Welt zu sehen. Des Weiteren ist sie seit den 70er Jahren sehr engagiert im Kampf für Tierrechte. Heute lebt sie in den Niederlanden und ihr einziger Sohn in Israel.

Our group talked to Marion, a survivor of the concentration camp Bergen-Belsen. She was born in Frankfurt am Main (D) in 1925. In 1935 Marion and her family moved to Amsterdam (NL). The German army attacked the Netherlands in 1940 and in 1943 Marion was deported to Westerbork, a concentration camp. After 14 months she was liberated in a train, which should go to Theresienstadt, near Tröbitz (D) by the Soviet army.
We began to prepare the interview with Marion by having a brainstorming about the Shoa.
Marion showed us her Bergen-Belsen in a tour on the memorial side. She let us take part in her story, so the tour impressed everyone, because it was full of emotions.
While she was giving an interview to us, she told us about her attitude, about her life after liberation and of course she answered also our questions. She studied singing and until the 90’s she was on stage in the whole world. Further more she is engaged in the fight for animal rights for about 30 years. Today she lives in the Netherlands and her only son in Israel.

Florian (D), Michael (D), Avishai (IL), Maximilian (D), Tone (N), Ingrid (N), Katharina (D) & Team: Anka & Stefan.

Live on stage / Wir machen Theater!

Belarus, Poland, Russia and Germany – one could think, this would mean speaking in three languages. In fact we used five. In contrast to this difficulty, we noticed soon, that there were many similarities between us and much understanding for the others. In the beginning of our work there were exercises, which helped us coming together and to build up trust in each other. We allowed others to guide us with closed eyes and to carry us on hands, even Igor with his 2.02 meters was lifted into the air. We felt that we came slowly closer to another. We learned about our different sides: We were driver and car, pelican and penguin. Our fantasy was stimulated by forming vivid statues out of each other. We closed the first day tired but with positive feelings. That was a good preparation for our second day. Now it became more serious, because the task was to express our emotions through our bodies. That caused some difficulties, which were solved by writing down the feelings on paper. We focussed on the subject of the concentration camp. Strong emotions were articulated, for example fear, loneliness, trust and hope. In the afternoon finally we started to build statues out of our bodies, which were intended to show such feelings. We split into two small groups, each with the goal to concentrate on one isolated emotion. In the end we brought the groups together and formed one common statue, dealing with the subjects of thirst and humiliation
It took us some time though, to harmonize our different tempers, in order to form a picture which was satisfying commonly for all of us. Then our decision was encouraged by the survivor Marion B., who visited us at our last rehearsal and felt touched by our work.
There is one thing left to say: We are proud of Andreas, who went with us through numerous discussions and drove our attention towards several aspects inside the subject of our work.

Belarus, Polen, Russland und Deutschland – man könnte denken, dass wir in drei verschiedenen Sprachen sprechen mussten. In Wirklichkeit waren es letztendlich fünf. Trotz dieser Tatsache haben wir schnell festgestellt, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben und uns gut verstehen. Am Anfang unserer gemeinsamen Arbeit standen Übungen, die uns geholfen haben, unsere Grenzen zu überwinden und Vertrauen zueinander aufzubauen. Wir erlaubten anderen, uns mit geschlossenen Augen durch den Raum zu führen und uns auf Händen zu tragen, sogar Igor mit seinen 2,02 m wurde in die Luft gehoben. Wir fühlten, dass wir einander allmählich näher kamen. Wir lernten unsere verschiedenen Seiten kennen: Wir waren Autofahrer und Auto, Pelikan und Pinguin. Unsere Fantasie wurde angeregt, indem wir uns gegenseitig zu lebendigen Statuen formten. Den ersten Tag beendeten wir müde, aber mit positiven Gefühlen. So waren wir gut auf den zweiten Tag vorbereitet. Jetzt wurde es ernster, denn es ging nun vor allem darum, unsere Gefühle mittels unserer Körper zum Ausdruck zu bringen. Dies bereitete uns jedoch einige Schwierigkeiten, weshalb wir unsere Empfindungen zunächst zu Papier brachten. Unser Augenmerk lag dabei natürlich auf der Thematik des Konzentrationslagers. Starke Emotionen wurden zur Sprache gebracht wie beispielsweise Angst, Einsamkeit, Vertrauen und Hoffnung. Am Nachmittag gingen wir schließlich dazu über, Statuen aus unseren Körpern zu bilden, die genau solche Gefühle zum Ausdruck bringen sollten. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, deren Ziel es jeweils war, ein bestimmtes Gefühl darzustellen. Gegen Ende brachten wir die beiden Gruppen zusammen und formten eine gemeinsame Statue, die Erniedrigung und Durst thematisierte. Allerdings dauerte es noch einige Zeit, bis wir unsere unterschiedlichen Temperamente in Einklang gebracht und ein Bild geformt hatten, mit dem alle am Ende zufrieden waren. In unserer Entscheidung wurden wir von der Zeitzeugin Marion B. bestärkt, die sich bei unserer letzten Probe gerührt zeigte. Das Ergebnis konntet ihr am Samstag bewundern.
Eins bleibt noch zu sagen: Wir sind stolz auf Andreas, dass er zahlreiche Diskussionen mit uns geführt und uns auf verschiedene Aspekte der Thematik aufmerksam gemacht hat.

Agnieszka (PL), Angelika (PL), Anja (RUS), Igor (BY), Katja (RUS), Michaline (D), Shenja (RUS) & Sweta (BY) & Team: Andreas (D)

Tag der Befreiung / Day of Liberation

Heute jährte sich zum 60. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durch die britische Armee am 15.4.1945. Rund 250 Überlebende kamen in die Gedenkstätte, die von den Medien umlagert war.
Die AG Bergen-Belsen e.V. hatte für den Nachmittag zu einer Gedenkfeier geladen.

Wie unser Tag aussah
Die Teilnehmenden des Jugendworkcamps stachen leuchtend aus der Menschenmenge heraus: Alle trugen gelbe Schals, die Wolf Leo (unser Gestalter, der die Gestaltungsgruppe leitet) mitgebracht und gestaltet hatte.
Der Vormittag verlief noch recht ruhig: Zeitzeugengruppe 1 bereitete das gestrige Gespräch mit Arieh K. aus Israel nach. Zeitzeugengruppe 2 sprach noch einmal mit Fyn M. aus Norwegen. Die Außengruppe baute hinter Block 9 ein neues Geländer für die Latrine. Die Gruppe „Aktuelles“ beschäftigte sich mit Symbolen von Neonazis und sprach mit Gewerkschaftssenioren. Die Theatergruppe übte den Bau einer Statue und Kunstgruppe webte und gestaltete weiter mit blauen Bändern.
Um 12 Uhr fuhren wir auf den Scheibenhof und konnten in der Bundeswehrkantine Mittag essen. Warum hier Karten von Schlesien, Ostpreußen und anderen ehemaligen Ostgebieten an den Wänden hingen, blieb uns unerklärlich. Auf jeden Fall schmeckte uns und den Gruppen von Überlebenden und Angehörigen das Essen gut.
Vom Scheibenhof ging es zurück zur Gedenkstätte. Hier hatte sich recht kurzfristig unser Schirmherr, Kultusminister Bernd Busemann, für einen Besuch im Workcamp angesagt. Wir bedachten ihn mit einem unserer gelben Schals und einem Gruppenfoto. Und er bedachte uns mit der Zusage, auch im nächsten Jahr das Jugendworkcamp in mindestens der gleichen Höhe zu fördern. HURRA!
Gemeinsam gingen wir zum jüdischen Mahnmal, wo unsere israelischen Gäste eine kleine Gedenkfeier veranstalteten. Dazu gehören Texte in Hebräisch, Flaggen der Kadouri-Schule und des Staates Israel, ein Blumengesteck und natürlich auch Gebete.
Alles dauerte länger als geplant, und so konnten wir mit Herrn Busemann leider nicht mehr so richtig ins Workcamp gehen. Wir verabschiedeten uns. Jojo gab noch schnell dem NDR-Fernsehteam ein Interview, und dann gingen wir zum Obelisken. Hier sollte um 15 Uhr die Gedenkfeier der AG Bergen-Belsen e.V. beginnen.
Mit Klezmermusik, Redebeiträgen von Hugo Höllenreiner und Marion Blumenthal-Lazan und einer Vorstellung des Workcamps. Wir präsentierten uns so gut, dass die zahlreichen Gäste hinterher kräftig applaudierten. Dazu trug sicherlich die Statue der Theatergruppe bei. Aber auch die Botschaft, die wir vermittelten: Jugendliche interessieren sich für Vergangenheit. Jugendliche arbeiten weiter über die Geschichte des Holocaust. Und Jugendliche gestalten dadurch und damit Gegenwart und Zukunft.
Der Bus brachte uns müde Menschen gen Oldau. Wir sind so müde, dass wir kaum Sätze für unsere Campzeitung formulieren können… (*gähn)

Parlez-vous francais?

Camp de concentration: Bergen-Belsen libéré il y a 60 ans
BERGEN - D'anciens déportés ont célébré le 60e anniversaire de la libération par l'armée britannique du camp de concentration nazi de Bergen-Belsen, en Allemagne. Près de 70 000 personnes y ont trouvé la mort de 1940 à 1945. Les cérémonies doivent culminer dimanche.
Environ 125 000 personnes y ont été détenues de 1940 à 1945 et près de 70 000 y ont trouvé la mort, dont la jeune juive allemande Anne Frank, arrêtée par les nazis à Amsterdam où sa famille avait émigré.
Près de 500 survivants du camp, venus de différents pays, sont attendus aux commémorations. A Londres, une cérémonie a eu lieu vendredi au Hyde Park Holocaust Memorial, dans le centre-ville, en présence de survivants du camp, du grand rabbin du Commonwealth et du chef des services du personnel de l'armée, le général Mike Jackson.
Un groupe de survivants s'est lui réuni à Bergen-Belsen au mémorial du camp, pour y rencontrer notamment une cinquantaine de jeunes de 16 à 27 ans de neuf pays (Allemagne, Belarus, Israël, Lituanie, Pays-Bas, Pologne, Russie, Slovaquie, Norvège) qui y font un séjour de sensibilisation aux crimes nazis.
Le 15 avril 1945, les troupes britanniques ont libéré ce camp surpeuplé et ses 60 000 survivants. Beaucoup de ces déportés ont péri dans les mois suivants d'épuisement et de maladies, notamment du typhus.
Ancien terrain d'entraînement militaire, le site de Bergen-Belsen, à 60 km au nord-est de Hanovre, avait d'abord été aménagé à partir de 1940 pour recevoir les premiers convois de prisonniers français et belges. Dès avril 1943, il est devenu un camp de concentration.
© ATS


P.S.: Edipress sitzt in der Schweiz.

zdf-heute online berichtet

"Unglaublich, dass man so etwas überleben kann"
Konzentrationslager Bergen-Belsen vor 60 Jahren befreit
Marion Blumenthal (70) trägt ihr Kainsmal von damals in einer kleinen durchsichtigen Plastiktüte bei sich: Ein gelbes Stück Stoff, sechszackig, «Jude» steht in schwarzen Lettern darauf. 60 Jahre nach ihrer Befreiung aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen ist die alte Dame aus den USA am Freitag an den Ort zurückgekehrt, an dem sie die schrecklichsten anderthalb Jahre ihres Lebens verbrachte.

10 Jahre war sie alt, als das KZ in der niedersächsischen Südheide 1945 von britischen Soldaten befreit wurde - und wog so viel wie eine Dreijährige, ganze 16 Kilo. "Es ist unglaublich, dass man so etwas überleben kann", meint Blumenthal.

Zusammen mit mehreren hundert anderen Überlebenden ist die vitale Frau mit ihrem Mann Nathaniel und ihrer Enkeltochter Arielle (17) nach Deutschland gekommen, um die Orte von damals zu besuchen - und um die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Am 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers trafen in Bergen-Belsen Jugendliche aus neun Nationen mit früheren Insassen zusammen, die heute in Israel, Kanada, Frankreich, Polen oder der ehemaligen Sowjetunion leben.

"Benutzt Euren Kopf"
Die alten Menschen hatten für die jungen vor allem eine Botschaft im Gepäck: "Lauft niemandem blind hinterher, ohne zu wissen, was die Konsequenzen sind. Benutzt Euren Kopf, befragt Euer Herz, bevor Ihr euch ein Vorbild sucht." Und eine Bitte richtete die frühere medizinisch-technische Assistentin Marion Blumenthal auch an die Mädchen und Jungen: "Ihr seid die letzte Generation, die unsere Berichte aus erster Hand erfahren kann. Wenn wir nicht mehr da sind: Erzählt unsere Geschichten weiter, erzählt sie euren Kindern und Enkelkindern."

Unter den Zuhörern in Bergen-Belsen ist am Freitag auch Marlene Meier aus Hannover. Die 18-Jährige ist von Marion Blumenthals Bericht erschüttert, obwohl sie die deutsche Nazi-Vergangenheit im Geschichtsunterricht in der Schule mehr als einmal durchgenommen hat. Einige Mädchen wischen sich bei den Schilderungen der 70-Jährigen verstohlen über die Augen. "Man stellt sich immer vor, dass man einem Menschen eine schwere Kindheit ansehen muss", meint Marlene Meier. Doch Marion Blumenthal, geboren in Hoya bei Bremen, steht der Horror des Holocaust nicht ins Gesicht geschrieben, obwohl er ihr Leben geprägt hat.

Rosen und Nelken
Draußen vor der Tür scheint an diesem April-Tag die Sonne - so wie vor 60 Jahren. "Das Wetter war sehr ähnlich damals. Schön, klar, das Gras war grün, die Vögel sangen", erinnert sich die KZ-Überlebende. Auf dem weitläufigen Gelände der Gedenkstätte legen alte Männer und Frauen Rosen und Nelken nieder. Viele können nur noch schlecht laufen, andere werden im Rollstuhl von ihren Angehörigen geschoben.

Aufgeregt sind sie, wirken berührt. Immer wieder verharren kleine Gruppen in stillem Gedenken vor einem der Mahnmale. "Ich bin das erste Mal seit 1945 wieder hier", erzählt Jake Handeli (78), der lange Zeit in Auschwitz interniert war, bevor er nach einem tagelangen Todesmarsch kurz vor Kriegsende in Bergen-Belsen ankam. "Und wissen Sie was: Mein Besuch hier wird auch mein letzter gewesen sein."

von Sigrun Stock, dpa

AP schreibt: Überlebende gedenken der Befreiung des KZ Bergen-Belsen

Bergen-Belsen (AP) Sechzig Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen haben am Freitag mehr als 200 Überlebende aus Israel, den USA und Kanada den über 70.000 Toten gedacht. Später trafen sie mit Teilnehmern eines internationalen Jugendcamps zusammen, wie die Gedenkstätte Bergen-Belsen mitteilte. Das Konzentrationslager wurde am 15. April 1945 von britischen Truppen befreit.

Zur offiziellen Gedenkfeier werden am Sonntag 450 Überlebende erwartet. Bei der Feierstunde sollen der Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sprechen. Rund 200 Überlebende aus Frankreich, Russland, Polen und anderen osteuropäischen Ländern wollen das ehemalige Konzentrationslager am (morgigen) Samstag besuchen.

In Bergen-Belsen starben etwa 50.000 KZ-Häftlinge und 20.000 Kriegsgefangene vor allem aus der Sowjetunion. In dem Lager waren zeitweise mehr als 20.000 Kriegsgefangene unter freiem Himmel eingepfercht. Später wurden zehntausende vor allem jüdischer Häftlinge aus Konzentrationslagern, denen sich die Front näherte, nach Bergen-Belsen evakuiert und dort ohne Verpflegung Hunger und Seuchen preisgegeben. Noch nach der Befreiung starben in dem Lager Menschen an Entkräftung.

Weiteres Wertpapier gezeichnet!

Heute hat Marion Blumenthal-Lazan (http://www.fourperfectpebbles.com), Zeitzeugin des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, im Rahmen des Internationalen Workcamps ein Wertpapier gezeichnet. Die 71-jährige ist damit die zweite Überlebende des Konzentrationslagers, die Gesellschafterin der Wertschöpfungsgesellschaft „Jugendverbandsarbeit“ wurde. Sie macht sich stark für das Jugendworkcamp und betont immer wieder, „dass Toleranz und gegenseitiger Respekt die Basis für ein friedliches Zusammenleben sind.“
Sie zeichnete den Wert:
Toleranz
Aus der Geschichte lernen: Eine plurale Gesellschaft braucht Toleranz gegenüber religiösen, ethnischen und kulturellen Minderheiten. Christliche und gewerkschaftliche Jugendverbände setzen sich u.a. auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen für ein tolerantes Miteinander in Deutschland und Europa ein.


Volker Walpuski (Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in Niedersachsen e.V.) freut sich über die weitere Unterstützung: „Die generations- und länderübergreifende Unterstützung ist für wichtig, auch im Dialog mit der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten.“
Die Jugendverbandsarbeit auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist auf die Unterstützung angewiesen: Bisher werden die Interessen Jugendlicher bei Planungen der Geländeumgestaltung kaum berücksichtigt.


Auf dem Bild von links nach rechts ehrenamtlich Leitende und Teilnehmende des 11. Internationalen Workcamps in Bergen-Belsen: Lisa Kohrs, Arielle Weinberg (USA), Volker Walpuski (Arbeitsgemeinschaft Ev. Jugend in Niedersachsen e.V.), Laura von Husen, Friedenstaube, Julia Schröder, Isabel Lanfermann, Marion Blumenthal-Lazan (USA), Tone Ødegaard (Norwegen) und Ingrid Hellerud (Norwegen).

Kultusminister sichert Förderung für 2006 zu

Im Rahmen seines Besuches des elften Internationalen Jugendworkcamps in Bergen-Belsen hat Kultusminister Bernd Busemann (CDU) als Schirmherr des diesjährigen Camps auch die Förderung in gleicher Höhe für das kommende Jahr zugesagt. Joachim Schwind, einer der Leiter des Camps, freut sich: "Das gibt uns zumindest für das nächste Jahr Planungssicherheit. So können wir die seit elf Jahren erfolgreiche internationale Jugendverbandsarbeit fortführen."

Die Teilnehmenden überreichten Bernd Busemann einen gelben Schal des Workcamps. Das Logo symbolisiert ein aufmerksames Auge, das wahrnimmt, und eine Hand, die tätig ist.

Bernd Busemann (links) im Gespräch mit Joachim Schwind.

Im weiteren Verlauf seines Besuches nahm der Minister nahm an einer Gedenkfeier der israelischen Jugendlichen teil und sprach mit Überlebenden.

Seit 1995 finden unter dem Dach des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. und der AG Bergen-Belsen e.V. - getragenen von christlichen und gewerkschaftlichen Jugendverbänden - lebendige und zukunftsorientierte internationale Jugendbegegnungen in Bergen-Belsen statt. Die Arbeit soll Völker verständigend, aussöhnend, Demokratie bildend und Frieden stiftend wirken. Sie wird im Wesentlichen von ehrenamtlichen Jugendgruppenleitenden getragen.

Herzlich laden wir Sie ein, die Arbeit des Internationalen Workcamps kennen zu lernen und mit Teilnehmenden und Leitenden ins Gespräch zu kommen. Ein Besuch im Zeitraum vom 12. bis 17. April ist aus unserer Sicht möglich. Das Jugendworkcamp wird auch an den Gedenkfeiern zum 60. Jahrestag der Befreiung am 15.4. (Freitag, Jahrestag der Befreiung) um 15 Uhr und am 17.4. in Bergen-Belsen teilnehmen und mitwirken. Darüber hinaus hat das Workcamp ein umfangreiches eigenes Programm, an dem Sie gern teilnehmen können.

ddp tickert: Jahrestag der Befreiung

Bergen-Belsen/Hannover (ddp-nrd). Zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen ist Kultusminister Bernd Busemann (CDU) am Freitag mit Überlebenden des Lagers zusammengetroffen. Zugleich besuchte er Teilnehmer eines Internationalen Jugendworkcamps.

50 Jugendliche aus Deutschland, Israel, Litauen, den Niederlanden, Polen, Russland, der Slowakei, Weißrussland und Norwegen suchen und erforschen nach Angaben des Kultusministeriums derzeit gemeinsam Spuren im ehemaligen Konzentrationslager. Schwerpunkt des Workcamps ist neben Pflegearbeiten vor allem die Begegnung mit Überlebenden. Die Arbeitsergebnisse und Erlebnisse des Camps werden auf dem Jugendserver Niedersachsen (www.jsnds.de) dokumentiert.

Seit 1995 finden, unterstützt vom Land und unter dem Dach des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. und der AG Bergen-Belsen e.V., internationale Jugendbegegnungen in Bergen-Belsen statt. Sie sollen der Völkerverständigung dienen und den Friedensgedanken fördern. Busemann, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten ist, hatte in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

Britische Soldaten hatten das KZ am 15. April 1945 befreit.

(ddp)

Kultusminister Bernd Busemann besucht das Workcamp


Heute vor 60 Jahren, am 15. April 1945, befreiten britische Soldaten das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Der auch für die Gedenkstätten des Landes zuständige Niedersächsische Kultusminister und Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Bernd Busemann, wird am heutigen Nachmittag (15.04.2005) ab ca. 14:00 Uhr auf dem früheren Lagergelände mit einer Gruppe Überlebender zusammentreffen und das dort seit dem 09. April stattfindende 11. Internationale Jugendworkcamp besuchen.

Koordination von Zeitzeugen

Aus dem Nähkasten geplaudert: Die Koordination von Zeitzeugen ist gar nicht so einfach, wenn gleichzeitig die Staatskanzlei ein Besuchsprogramm organisiert, sie noch in der einen oder anderen Schule sprechen sollen, der Sabbat dazwischen kommt und sie einfach telefonisch nicht zu erreichen sind. Donnerstag kam Nachmittags Fyn M. (83), der mit seiner Frau am Vortag aus Norwegen angereist war, ins Workcamp und erzählte Zeitzeugengruppe 2 aus seinem Leben. Es muss sehr beeindruckend gewesen sein. Ebenso wie der Besuch bei Arieh K., der Donnerstag früh erst auf dem Flughafen Hannover aus Israel landete. Kaum im Hotel hatten wir ihn am Telefon, um uns für den Nachmittag zu verabreden. Aber mit 9 Jugendlichen passt man ja nicht unbedingt in ein Hotelzimmer. Also noch mit dem Crown Plaza Schweizerhof Hannover gesprochen, ob wir dort einen Sitzungsraum bekommen könnten. Und das Hotel war so freundlich, uns diesen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Und als die Gruppe um Cornelia dann am Abend zum Essen wieder pünktlich in Oldau eintraf, war sie ganz begeistert. Da lohnt es sich doch auch, einen halben Tag koordinierend am Telefon zu verbringen. Und als dann im Laufe des Freitags in der Gedenkstätte noch Jack H. aus Israel vorspricht, er möchte als Überlebender doch gern noch mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, ist die Organisation fast schon ein Kinderspiel mit links. Auch das Maritim Grand Hotel Hannover stellt uns kostenlos einen Sitzungsraum zur Verfügung. Das Programm ist gerettet!

AFP: Survivors meet again to mark liberation of Bergen-Belsen camp

BERGEN, Germany (AFP) - Survivors of the Nazi concentration camp of Bergen-Belsen, where 70,000 people died, gathered for a low-key ceremony to mark their liberation by British troops 60 years ago to the day.
The camp near Hanover in northern Germany was the first to be liberated by British troops on April 15, 1945, just weeks before Nazi Germany surrendered.
Soldiers discovered piles of naked bodies, mainly women, in the disease-infested camp which burned down shortly afterwards.

Officials from the state of Lower Saxony were to visit the site of the camp to talk with a group of young people from nine countries who have been meeting there for the past week.

The children from Germany, Israel, Lithuania, the Netherlands, Poland, Russia, Slovakia, Belarus and Norway will meet survivors, a statement from the regional authorities said.

The children have been trying to piece together evidence about the lives of the camp inmates, who numbered 70,000 by 1945.

An official ceremony will take place on Sunday.

In Britain, a ceremony of commemoration was to take place in London's Hyde Park on Friday in the presence of Chief Rabbi Jonathan Sacks while survivors and soldiers and medical volunteers who liberated the camp are also due to attend.

The Nazis opened Bergen-Belsen in 1940 and the first convoys of French and Belgian prisoners of war began arriving.

As World War II wore on, the Nazis used the camp to hold Jews from all over Europe whom they hoped to exchange in return for captured German soldiers.

Eventually only several hundred Jews were ever 'swapped'. Tens of thousands were killed or died of hunger and disease.

"People welcomed the liberation in every language possible," recalled one survivor, Adolf Gawalewicz, a Polish lawyer who was suffering from typhoid when the British troops arrived.

"At the actual moment of liberation, I recall I had a terrible thirst and my only thought was how to get rid of it," Gawalewicz recalled in his book about his experiences.

In the weeks that followed the liberation of Bergen-Belsen, British troops gathered and buried 10,000 bodies in mass graves.

Ceremonies are also planned this weekend in the camps of Sachsenhausen near Berlin and Buchenwald in eastern Germany.

A national memorial to the Jewish victims of the Nazis is due to open in central Berlin on May 10, two days after the 60th anniversary of Germany's capitulation.

New laws have been passed to prevent neo-Nazi protesters from being able to approach the site near the Brandenburg Gate on that day.

Stimmen aus Bergen-Belsen


Direkt auf dem Jugendserver Niedersachsen sind TeilnehmerInnen-Berichte aus dem 11. Internationalen Workcamp in Bergen-Belsen zum Reinhören. Hier der Link: Jugendserver Niedersachsen

Busemann trifft Überlebende und Jugendliche aus neun Nationen

Die Pressemitteilung des Niedersächsischen Kultusministeriums:

60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen
Busemann trifft Überlebende und Jugendliche aus neun Nationen

Heute vor 60 Jahren, am 15. April 1945, befreiten britische Soldaten das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Der auch für die Gedenkstätten des Landes zuständige Niedersächsische Kultusminister und Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Bernd Busemann, wird am heutigen Nachmittag ab ca. 14:00 Uhr auf dem früheren Lagergelände mit einer Gruppe Überlebender zusammentreffen und das dort seit dem 09. April stattfindende Internationale Jugendworkcamp besuchen.

Seit 1995 finden unterstützt vom Land und unter dem Dach des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. und der AG Bergen-Belsen e.V. - getragen von christlichen und gewerkschaftlichen Jugendverbänden - lebendige und zukunftsorientierte internationale Jugendbegegnungen in Bergen-Belsen statt. Die Arbeit soll Völker verständigend, aussöhnend, Demokratie bildend und Frieden stiftend wirken. Sie wird im Wesentlichen von ehrenamtlichen Jugendgruppenleitenden getragen. Zum dritten Mal in Folge hat Kultusminister Bernd Busemann in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen 50 Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren aus neun Nationen (Deutschland, Israel, Litauen, Niederlande, Polen, Russland, Slowakei, Belarus [Weißrussland] und Norwegen) suchen und erforschen acht Tage lang gemeinsam Spuren im ehemaligen Konzentrationslager. Schwerpunkt des Workcamps ist neben Pflegearbeiten vor allem die Begegnung mit Überlebenden des Lagers, die u.a. aus den Niederlanden, Norwegen und Israel anreisen, um den Jugendlichen ihre Erlebnisse zu schildern. Eine Gruppe von Teilnehmenden setzt sich künstlerisch mit der Vergangenheit des Ortes auseinander und ist unter Anleitung des Berliner Plastikers und Grafikers Wolf Leo an einer Stelle des Gedenkstättengeländes gestaltend tätig. Weitere Teilnehmer arbeiten theaterpädagogisch. Neben der Arbeit über die Vergangenheit bilden vor allem Gespräche über Demokratie, Frieden und Vorurteile in der Gegenwart ein wichtiges Element. Die Arbeitsergebnisse und Erlebnisse werden mehrsprachig während des Camps auf dem Jugendserver Niedersachsen (www.jsnds.de) dokumentiert.

Die offizielle Gedenkfeier findet wie zuvor am Sonntag nach dem eigentlichen Befreiungstag, in diesem Jahr am 17.April 2005 ab 11:00 Uhr statt. Am Vorabend, dem16. April 2005 um 19:30 findet im Kuppelsaal der Stadthalle ein Benefizkonzert für Bergen-Belsen statt.

Donnerstag, April 14, 2005

Wie das ZDF uns wissen ließ

wird morgen nach der Beerdigung von Fürst Rainier III. von Monaco auch das Workcamp in den heute-Sendungen um 14, 17 und 19 Uhr vorkommen. Also: Einschalten! Allerdings gibt's nicht mehr als 1:20 Minuten zu sehen, leider...

Besuch des Kultusministers Bernd Busemann geplant

Wie heute bekannt wurde, wird am 15.4. Schirmherr Kultusminister Bernd Busemann (CDU), das Internationale Jugendworkcamp besuchen. Um 14 Uhr wird er mit Jugendlichen und Überlebenden ins Gespräch kommen.

Gedenkstaette Bergen-Belsen


gedenkstaette
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Mittwoch, April 13, 2005

Wertpapier gezeichnet!

Marion Bienes, Zeitzeugin und Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, hat im Rahmen des 11. Internationalen Jugendworkcamps ein Wertpapier der Jugendverbandsarbeit gezeichnet. Die 79-jährige ist vermutlich die derzeit älteste Gesellschafterin der Wertschöpfungsgesellschaft „Jugendverbandsarbeit“. Sie macht sich stark für die Arbeit des Jugendworkcamps und staunt immer wieder, „dass aus etwas so Furchtbarem wie Bergen-Belsen etwas so Gutes entstehen kann.“
Sie zeichnete den Wert: „Demokratieverständnis.
Aus der Geschichte lernen: Totalitäre, menschenverachtende und –vernichtende Ideologien und Ereignisse, die unsere Geschichte prägten, können weder gegenwartsgestaltend noch zukunftsweisend sein. Christliche und gewerkschaftliche Jugendverbände setzen sich u.a. auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen für demokratische Werte(bildung) ein.“

Sie drückte damit ihre Wertschätzung der Jugendverbandsarbeit aus, die auch in Zeiten der Ökonomisierung noch gesellschaftliche Werte schafft.

Volker Walpuski (Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in Niedersachsen e.V.) freut sich über die Unterstützung: „Für Jugendliche heißt Gedenken nicht ausschließlich, Kränze niederzulegen. Jugendliche möchten begreifen und handeln und brauchen Begegnung. Für sie ist Gedenken nicht nur vergangenheitsorientiert, sondern auch gegenwartsgestaltend und zukunftsweisend.“
Die Jugendverbandsarbeit auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist auf die Unterstützung angewiesen: Bisher werden die Interessen Jugendlicher bei Umgestaltungsplanungen der Gedenkstätte Bergen-Belsen kaum berücksichtigt. Zudem ist die Förderung der Jugendworkcamps für die kommenden Jahre durch das Land Niedersachsen äußerst ungewiss.

Auf dem Bild von links nach rechts: Isabel Lanfermann, Anna Roepke, Frank Ahrens (Vorstand Landesjugendring Niedersachsen e.V.), Marion Bienes, H.-D. Charly Braun (DGB-Jugend), Laura von Husen, Volker Walpuski (Arbeitsgemeinschaft Ev. Jugend in Niedersachsen e.V.) und Julia Nieweler.

EPD: "Ein Modell für die Hölle"

Überlebende des KZ Bergen-Belsen sprechen mit Jugendlichen - (mit Bild)

Bergen-Belsen (epd). Ivan Lefkovits erinnert sich noch an den Gestank der Löschwasserbecken von Bergen-Belsen: "Es roch nach Chlorkalk und Fäkalien, süßlich und ganz schlimm." 60 Jahre nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager geht der 68-Jährige mit Jugendlichen in Bergen-Belsen über das Gelände. Er berichtet, wie er Durst litt. Tagelang gab es kein Wasser, nur die verseuchte Kloake. "Leichen schwammen schon drin, wer das getrunken hat, war verloren."

Jugendgruppen haben in den vergangenen Jahren Baureste des Lagers rund 60 Kilometer nordöstlich von Hannover freigelegt. 50 junge Frauen und Männer aus neun Nationen sind noch bis Sonntag in Bergen-Belsen, um diese Arbeit weiterzuführen. Lefkovits geht mit ihnen den Spuren seiner Erinnerung nach. Der in der damaligen Tschechoslowakei geborene Jude war im März 1945 mit seiner Mutter auf einem der sogenannten Todesmärsche von Ravensbrück nördlich von Berlin nach Bergen-Belsen deportiert worden.

Lefkovits ist heute ein bekannter Biochemiker in der Schweiz. In die Gedenkstätte Bergen-Belsen ist gekommen, um an den Feiern zum Jahrestag der Befreiung teilzunehmen. "Mit der jungen Generation zu sprechen, ist eine Investition in die Zukunft", sagt er. Die 18-jährige Isabell Lanfermann findet die Begegnung mit ihm eindringlicher als jede Geschichtsstunde: "Ich versuche, das was hier geschehen ist, ein wenig zu begreifen, damit so etwas nie wieder passiert."

Für die KZ-Überlebende Marion Bienes aus Amsterdam bleibt es unbegreiflich, was Menschen einander antun können. Langsam geht sie mit Jugendlichen, die unter anderem aus Deutschland, Israel, und Norwegen kommen, über das Gelände der Gedenkstätte. In der Heidelandschaft stehen dort Steine und Mahnmale, die Massengräber bezeichnen. "Ich denke bei jedem Grab, vielleicht liegt da mein Bruder", sagt Bienes.

Sie war 14 Monate im Frauenlager Bergen-Belsen. Beinahe starb sie dort an einer Blutvergiftung. Noch lange litt sie an Depressionen und einer Zwangsneurose. Bienes verlor in Bergen-Belsen ihren Vater, ihren Bruder und Freunde wie Anne und Margot Frank, die sie aus der Schule kannte. Auch für sie ist die fast 80-Jährige heute erneut an den Ort gekommen, der nach ihren Erfahrungen "ein Modell der Hölle" war. "Wir werden immer weniger Zeugen", sagt sie nachdenklich.

An die Befreiung und die Grauen des Lagers Bergen-Belsen, in dem mehr als 70.000 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene umkamen, wird am Sonntag mit einer offiziellen Veranstaltung erinnert. Bereits am Freitag, dem 15. April, wenn sich der Tag der Befreiung durch britische Truppen jährt, laden die Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen und die Jugendverbände, die das Workcamp organisieren, zum Gedenken ein.

Rund 250 Überlebende des Lagers werden dann erwartet. Zu einem "Dialog der Generationen" kommen Schulklassen in die Gedenkstätte, um ihre Geschichte zu hören und mit ihnen zu sprechen. Für Marion Bienes ist das wichtig: "Es bedeutet, dass die Menschen, die hier so gelitten haben und gestorben sind, nicht vergessen werden." (epd Niedersachsen-Bremen/b1109/13.04.05 von Karen Miether)

Hierzu hat epd-bild die Fotos "Bergen-Belsen 1-3" über mecom-Bildfunk (www.datenbank.mecom.de) verbreitet; auch abrufbar unter Tel.: 069/58098-197

Gedenkfeier auf dem sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten

Bei Bergen-Belsen denkt eigentlich jedeR gleich an ein Konzentrationslager. Was viele gar nicht wissen, selbst die Überlebenden nicht, ist, dass es von 1941 bis 1945 auch ein sowjetisches Kriegsgefangenenlager in Belsen gab. 1941, nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion („Unternehmen Barbarossa“), kamen viele tausend sowjetische Kriegsgefangene ins Deutsche Reich. Die Wehrmachtsführung versagte ihnen die ihnen völkerrechtlich vereinbarten Rechte für gefangene Soldaten:
„Der Bolschewismus ist der Todfeind des nationalsozialistischen Deutschland. Zum ersten Male steht dem deutschen Soldaten ein nicht nur soldatisch, sondern auch politisch geschulter Gegner gegenüber. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Er führt ihn mit jedem ihm zu Gebote stehenden Mittel: Sabotage, Zersetzungspropaganda, Brandstiftung, Mord. Dadurch hat der bolschewistische Soldat jeden Anspruch auf Behandlung als ehrenhafter Soldat nach dem Genfer Abkommen verloren.
Es entspricht daher dem Ansehen und der Würde der deutschen Wehrmacht, daß jeder deutsche Soldat dem sowjetischen Kriegsgefangenen gegenüber schärfsten Abstand hält. [...] Widersetzlichkeit, aktiver oder passiver Widerstand muß sofort mit der Waffe restlos beseitigt werden. [...] Bei den sowj. Kr. Gef. ist es schon aus disziplinären Gründen nötig, den Waffengebrauch sehr scharf zu handhaben. [...] Auf flüchtige Kr. Gef. ist sofort ohne vorherigen Halteruf zu schießen. Schreckschüsse dürfen niemals abgegeben werden.“
In Hörsten mussten rund 20.000 Gefangene ohne Unterkünfte und mit wenig Nahrung leben. Sie gruben sich Erdlöcher. Innerhalb weniger Monate starben rund 18.000 von ihnen an Mangelernährung, Krankheiten und Kälte. Sie und weitere 30.000 sowjetische Kriegsgefangene sind in Hörsten in Massengräbern beigesetzt.
Unsere Teilnehmenden aus den ehemaligen sowjetischen Gebieten (Litauen, Russland, Belarus) haben eine Gedenkfeier veranstaltet. Sie lasen Texte von Überlebenden, Gedichte, spielten ein Lied auf der Gitarre. Und schließlich konnten alle Teilnehmenden eine Tulpe niederlegen.

Marion Blumenthal Lazan erzählt aus ihrem Leben

Mittwochvormittag war Frau Blumenthal Lazan mit ihrem Mann und ihrer Enkeltochter Arielle bei uns zu Gast. Sie wurde Anfang der 1930er in Hoya (Norddeutschland) als Kind jüdischer Eltern geboren. 1938 beschlossen sie nach der Reichsprogromnacht, Deutschland zu verlassen. Sie emigrierten in die Niederlande, um dort auf ihre Einreisegenehmigung in die USA zu warten. Dort wurden sie 1940 vom Überfall der deutschen Wehrmacht überrascht. Aus dem Durchgangslager Westerbork wurden sie 1944 mit ihrer vierköpfigen Familie nach Belsen deportiert. Marion Blumenthal Lazan hatte sich ein Spiel ausgedacht: Wenn ich vier identische Kieselsteine finde, dann wird unsere Familie überleben. Oft suchte sie panisch den dritten oder vierten Stein. Dieses und andere imaginäre, abergläubische Spiele waren ihre Technik, den Lebenswillen aufrecht zu erhalten. Sie fand – weil sie schummelte – eigentlich immer vier Kiesel. Und alle vier Blumenthals überlebten Belsen. Doch kurz nach der Befreiung starb Vater Blumenthal. Die Familie ging via Amsterdam schließlich doch in die USA.
Die gut zwei Stunden waren wieder viel zu kurz, um ein ganzes Leben zu erzählen und zu hören. Zum Schluss war nur kurz Gelegenheit, Fragen zu stellen. Volker sagte in aller Namen Dank mit einem Buch über unsere Arbeit und einem gelb leuchtenden Schal: „Internationales Workcamp Bergen-Belsen 2005“. Wir freuten uns, dass unsere Gäste noch mit zur Gedenkfeier kamen. Dort trafen sie auch auf Frau B., unseren Gast aus Amsterdam.

Cellesche Zeitung: Zwischen Ausgrabung und Kunst

Jugendliche erfahren Geschichte

Es ist schon Tradition geworden und noch immer gibt es viel zu tun: Bis zum kommenden Sonntag sind mehr als 50 Jugendliche aus verschiedenen Ländern auf das Gelände des ehemaligen KZs Bergen-Belsen gekommen um hier an den Ausgrabungen teilzunehmen. Sie können aber auch mit Zeitzeugen sprechen oder an einem Projekt eines Berliner Gestalters teilnehmen.

Es gibt Dinge, die werden wohl für immer unbegreiflich bleiben. Wenige Meter vom Eingang zum Konzentrationslager Bergen-Belsen entfernt, vergnügten sich die SS-Lageraufseher im für sie angelegten Schwimmbad. Hier verlebten sie ihre Freizeit, als ob sie das Massensterben, das nur einen Steinwurf weit weg passierte, nichts anginge. Einige Jugendliche des Internationalen Jugendworkcamps haben in den vergangenen Tagen die Grundmauern eines neben dem Schwimmbad gelegenen Gebäudes freigelegt. Gestern arbeiteten sie noch an einem Weg, über den Besucher direkt vom Waldweg zum Schwimmbad gelangen können.
Arne Michael Leuning gehört zu denen, die unter Federführung der AG Jugendarbeit in Bergen-Belsen an der Ausgrabung mitgewirkt haben. Den 15-Jährigen aus Osterholz-Scharmbeck bedrückt der enge Kontakt zwischen Freude der SS-Männer und dem Leid und Chaos im Lager. „Es ist schrecklich, dass die Leute Spaß daran hatten, die Häftlinge zu quälen.” Wie für den 16-jährigen Darius Rutkauskas hat für ihn die Arbeit im Lager allerdings auch eine positive Seite. „Es ist sehr schön, mit den Jugendlichen aus vielen anderen Ländern zusammenzukommen”, sagt der Litauer stellvertretend für die Teilnehmer des Camps.
Einige hundert Meter weiter, auf dem Gelände des ehemaligen Frauenlagers, entsteht etwas ganz anderes. Hier arbeitet der Berliner Gestalter Wolf Leo mit Jugendlichen unter anderem aus Israel und Deutschland an einer künstlerischen Gestaltung der nachgestellten Baracken-Grundrisse. „Ich möchte einen positiven Aspekt in diese Gegend bringen”, sagt Leo. Er wolle etwas gegen die Erstarrung des Gedenkens tun, schließlich könne das Leid der KZ-Häftlinge ohnehin nicht erlebbar gemacht werden. So hängte unter anderem Julia Nieweler aus Syke mit Steinen beschwerte blaue Bänder an das Holzgerüst, die im Wind flattern. „Wir setzen uns durch die künstlerische Arbeit mit dem Ort auseinander”, sagt die 18-jährige Nieweler.
Interessant wird für die Jugendlichen des elften Jugendcamps das Wochenende werden. Rund 450 Überlebende des Lagers werden am Sonntag zur Feier des 60. Jahrestags der Befreiung in die Gedenkstätte kommen. Die etwa 50 Campteilnehmer werden dabei viele der betagten Gäste betreuen. Schon jetzt kommen Zeitzeugen zu den Jugendlichen. „Marion Bienes aus Amsterdam ist zum zweiten Mal dabei”, erzählt Mitorganisator Volker Walpuski. „Das an so einem Ort so etwas Positives passiert, ist wundervoll”, sagt Bienes.

Helge Buttkereit

Dienstag, April 12, 2005

A letter to a survivor of Belsen

One of the small groups talking to survivors decided to write a letter to Mr L. thanking him for coming to talk to us. We publish this letter here:

Dear Mr L.,

We are very lucky and happy that you found time for us to spend two days together with us. Listening to the story of your life was very interesting and touching. It was good that you told all of us Monday evening very patiently about your life. Thanks to your descriptions we got many pictures in our minds. To have you privately for our group today was very nice and we could talk to you more personal and we were now able to ask you all of our questions. We are still thinking about four issues out of your life which we found very impressing. The first is the relationship to your mother which seemed to be very strong, close, intense, protective and very important for you to survive. The second thing is about the people that climbed over the fence and came back; bringing back some food. This shows their loyalty to their families and other inmates.
The third point concerns the water basins: How you avoided yourself from drinking the contaminated and dirty water out of the basins although you were very thirsty. Finally it was very impressive that you were able to forgive those people who caused all your sufferings. The ability to forgive shows that you believe in the human being. We are happy that you found peace in your life.
We hope you enjoyed your time with us, just like we did and we wish you good health and happiness for you and your family and your friends.
Isabel, Tibor, Gila, Kelly, Sabine, Ole, Julia, Linus & Volker

Good-night-mail im Good-night-café

Jeden Abend, wenn der besinnliche Tagesabschluss vorbei ist, öffnet das Gute-Nacht-Café seine Pforten. Es gibt Getränke, Knabberkram, aber was viel wichtiger ist: Raum zum Reden. Und so tönen mindestens 9 Sprachen durch die Blockhütte des Anne-Frank-Hauses, es wird viel gelacht, geflirtet, es werden Kartenspiele gespielt und man spielt Musik nicht nur aus 9 sondern noch mehr Nationen. Und alle gehen friedlich und mehr als freundlich miteinander um, wie phantastisch!
Wir freuen uns schon alle auf die Falafel, die die israelische Gruppe am Donnerstag Abend als Mitternachtsimbiss dort reichen will.
Um 23:30 ist die letzte Leerung des Gute-Nacht-Post-Briefkastens. Was das ist? An jeder Zimmertür im Haus klebt ein Briefkasten. Alle können kleine Briefchen schreiben und einander schicken. Da sollte natürlich nicht Böses drin stehen. Meistens was Liebes, Nettes, Freundliches, vielleicht ein "Danke" oder ein "Schön, dass du da bist" (jedenfalls krieg ich solche Briefe...). Ob auch Liebesbriefe dabei sind? Wir könnten ein vertrauensvolles Interview mit Hans-Jörgen aus Norwegen, dem Schwarm aller Teilnehmerinnen, arrangieren... ;-)
Wo ist Hans-Jörgen? ;-)

Jojo versinkt im Belegchaos...

So ein internationales Workcamp zieht leider auch immer einen Rattenschwanz an Verwaltung und Abrechnung nach sich. Jojo hat sich dieser Aufgabe angenommen. Er kopiert Fahrkarten und andere Belege, heftet & tackert, sucht im Internet Wechselkurse für Erstattungen ausländischer Währungen und kümmert sich verlässlich darum, dass die Abrechnung hinterher centgenau bei der Verwaltung ankommt. Wie viel Arbeit das ist, weiß nur, wer's schon mal gemacht hat. Und Jojo steht abends um 23 Uhr noch am Kopieren...

Überrollt von der Medienwelle

Heute war der erste schlimme Tag im Medienchaos: Nicht weniger als sieben JournalistInnen haben uns besucht: Pressedienste, Fotodienste, Radiosender, Zeitungen. Unglaublich, wie viel Mühe es macht, die JournalistInnen mit den notwendigen Infos zu versorgen. Als wenn alle Veranstaltungen nur für die Medien statt fänden... Nun können wir ein Lied singen. Was aus all den Berichten und Aufnahmen geworden ist, könnt ihr in den nächsten Tagen sehen/hören/lesen in:

Evangelische Zeitung
Cellesche Zeitung
Neue Presse Hannover
NDR-Radio und ander ARD-Radios
FFN (mittwoch zwischen 21 und 22 Uhr, auch im Livestream)
Antenne Niedersachsen
und ggf., wenn irgendwelche Medien auf die Presseagenturen zurückgreifen, auch sonstwo.

Morgen kommt dann nur NDR-Fernsehen und das Evangelische Rundfunkreferat, es wird also richtig ruhig, bevor Donnerstag dann das ZDF anrückt.


Noch zwei Links:
EPD meldet
http://www.epd.de/niedersachsen_bremen/niedersachsen_bremen_index_34241.html
Und die Rhein-Zeitung
http://rhein-zeitung.de/on/05/04/10/tt/t/rzo142125.html?markup=rzo142125

Ein ganz besonderer Gedenkstättenrundgang

Zwei Kleingruppen hatten Dienstag Vormittag das Vergnügen, jeweils mit einem Zeitzeugen und Überlebenden des Lagers über das Gelände der Gedenktstätte gehen zu können: Frau B. aus Amsterdam und Herr L., der schon Montag Abend sprach.

Auch wenn die Gruppen etwas pressebelagert waren: Es war spannend und bewegend! Beide haben Schwierigkeiten, sich im Landschaftspark Bergen-Belsens zu orientieren: Nichts sieht mehr aus wie 1944/1945, es gibt keine Gebäude mehr und die Bäume sind auch weg bzw. komplett neu gewachsen. Woran soll man sich orientieren? Herr L. sagte: "Es ist, als seist du inmitten einer großen Stadt und man gibt dir den Plan einer ganz anderen Stadt."

Die Gespräche, die teilweise sehr persönlich waren, drehten sich aber nicht nur um Erinnerungen an die Lagerzeit, sondern es wurden auch Fragen nach Gott und Versöhung gestellt. Herr L. sagte: "Ich kann verzeihen, und ich habe verziehen, aber ich kann das nur für mich sagen. Schon für meine Familie kann ich es nicht sagen, weil ich es nicht weiß."

Frau B., die bereits im letzten Jahr im Workcamp zu Gast war, fühlt sich wohl inmitten der rund 60 Jahre jüngeren Menschen: "Dass an einem schrecklichen Ort wie diesem so etwas Gutes geschieht, finde ich toll!" Sie spricht viel mit den Jugendlichen, ist oft zu Gast im Anne-Frank-Haus und isst mit den Jugendlichen. Sie hat sich mehrere Tage Zeit für die Jugendlichen genommen. Am Mittwoch wird sie in Hermannsburg in einer Schule sein, und es ist ihr wie auch Herrn L. wichtig, über die damaligen Erlebnisse zu berichten. Schweigen hilft nicht, Rassismus und Menschenverachtung zu überwinden.

Montag, April 11, 2005

Zeit bezeugen: Überlebende berichten

Montag Abend war ein bewegender Tag: Ivan L., der als Achtjähriger den letzten Monat vor der Befreiung in Bergen-Belsen als Häftling gelebt hat, berichtete uns aus seinen Erinnerungen. Der 68-jährige, der heute in der Schweiz lebt, erzählte, wie die Judenverfolgung in der Slowakei, seinem Heimatland, begann. Erst im November 1944 wurden seine Mutter, sein Bruder und er in das KZ Ravensbrück deportiert. Von dort ging es im März 1945, kurz vor der Befreiung und dem Kriegsende, in einem der sogenannten Todesmärsche nach Bergen-Belsen.
Dort war das Leben deutlich schlimmer als in Ravensbrück: Es gab nicht genug zu essen. Ein Besuch der Latrine war ein Risiko: Einerseits konnte man sich dort leicht mit Krankheiten infizieren, andererseits konnte man dort auch überfallen werden. Seine Mutter und er - sein Bruder war in Ravensbrück umgekommen - ermutigten sich gegenseitig und schafften es, zu Überleben. Die Britischen Armee nahm sie in das Nothospital auf und sie erholten sich. Zunächst kehrten sie in die Slowakei zurück, später emigrierte die Familie.

Gespannt lauschten die Camp-Teilnehmenden dem Vortrag, später konnten sie Fragen stellen. Die Zweisprachigkeit bereitete nur kleine Probleme. Fast alles wurde in Deutsch und Englisch beredet. Aber müde wurden dann nach 2 Stunden doch alle. Und eine kleine Gruppe freute sich, dass Herr L. ihnen am Dienstag Vormittag noch zur Verfügung stehen würde.

Girls from Poland try to chose the right project group

11. internationales workcamp; gruppeneinteilung
Poland
Originally uploaded by 11. Internationales Workcamp.

Einteilung in Kleingruppen

Sonntag, April 10, 2005

Kleingruppen eingeteilt

Heute Abend haben wir die ganze Gruppe (49 junge Menschen) in 6 Kleingruppen eingeteilt. In den nächsten Tagen werden die Kleingruppen unterschiedliche Schwerpunkte haben. Sie werden Zeitzeugen treffen, künstlerisch aktiv, im Außengelände arbeiten und auch Theater spielen. Wir sind gespannt!

Sonntag scheint die Sonne?!

Heute morgen ist Igor aus Belarus eingetroffen. Damit sind wir vollständig. Und wir haben einen Kommentar erhalten: Versprochen, Bilder kommen noch, vielleicht schon heute Abend? Wir müssen noch die Technik lösen.

Was heute passiert ist? Nach dem Frühstück stiegen alle in den Bus. Nur der Küchendienst wurde per VIP-Shuttle hinterhergefahren... Zunächst ging es zur Rampe, dem Verladebahnhof bei Bergen. Dort kamen die meisten der Häftlinge nach Belsen mit dem Zug an. Man kann dort einen alten Güterwaggon sehen. Und die Bahnanlagen.

Die Führungen waren natürlich in Deutsch & Englisch.

Von der Rampe ging es weiter zum alten Lagereingang. Der sieht mehr wie ein unscheinbarer Waldweg aus: Nur grün, eine neue Schranke, sonst nur Wald. Aber weiter drinnnen findet man dann Fundamente, die von vorangegangenen Workcamps freigelegt worden sind.

Jojo, Anka, Henning & Volker haben währenddessen den Gaskocher und die Zelte aufgebaut, denn um 13 Uhr war Mittagspause. Da gab es Tee und Brühe und die morgens geschmierten Stullen.

Danach ging die Führung weiter, teilweise im Regen, leider. :-(
Im Dokumentenhaus der Gedenkstätte angekommen sahen dann die meisten den Dokumentarfilm

Jetzt hat uns der große Reisebus wieder zurück nach Oldau gebracht, und wir bereiten uns auf das Abendessen vor. Wir haben uns gefreut, dass Wolf Leo aus Berlin angekommen ist. Wolf ist Künstler und leitet unser Kunstprojekt: Aus Stoffresten will er eine Baracke visualisieren. Wir sind schon gespannt, was draus wird. Das hängt natürlich sehr von den Teilnehmenden ab.

Heute Abend sollen noch Kleingruppen gebildet werden. Und das Programm wird vorgestellt. Und dann ist wieder Gute-Nacht-Café. Und vielleicht gibt es dann auch schon erste Fotos... ;-)

Samstag, April 09, 2005

Gute-Nacht-Café

So, der erste Tag ist fast schon um. Alle sind in Oldau angekommen. Alle? Nein, Igor aus Belarus kommt erst morgen, musste noch ein paar Prüfungen an der Uni ablegen.
Aber: 31 Menschen aus 7 europäischen Ländern, Israel und 17 Menschen aus Deutschland sind gekommen. Mit dem Abendessen ging es so richtig los. Auch wenn auf N3 in Hallo Niedersachsen heute am frühen Abend schon Bilder von unserem Frühstücksbüffet zu sehen waren...
Es gab Nudeln mit Tomatensauce - irgendwie ein internationales Gericht, auch wenn gar keine Italiener da sind... Und danach Kennenlernspiele. Auf Denglish. Soll heißen: Wir arbeiten in zwei Sprachen, Deutsch und Englisch. Das ist manchmal zeitintensiv. Und manchmal fehlen den Übersetzenden auch einfach die Worte. Oder könntet Ihr "jüdischer Religionsphilosoph" mal eben aus dem Stehgreif übersetzen?
Jetzt hat gerade das Gute-Nacht-Café begonnen: Chill-out. Quatschen. Schnökern & schlickern. Beschnuppern und ein bisschen kennen lernen.

Morgen um 8:30 Uhr gibt es Frühstück, danach fahren wir zur Gedenkstätte Bergen-Belsen. Ob überhaupt jemand diesen Blog liest? Wir fahren trotzdem! Aber toll wäre es, mal einen Kommentar zu lesen. Grüße, Fragen, was Euch einfällt.

Als Feuerwehrjunge in Bergen-Belsen (TV-Tipp)

Sonnabend, 9.4.05, 19:30 NDR Hallo Niedersachsen (TV)

"In dem Moment, wo wir hier raus kamen, dass heißt, in dem Moment schon wo ich über die Brüstung geguckt habe und dort drüben die Panzer gesehen habe, da kroch in mir die Angst hoch", erinnert sich Walter Kaatz an das Kriegsende. Als 17-jähriger Feuerwehrjunge verbrachte er die letzten Kriegswochen in der Feuerwehrschule in Celle. Die Mannschaft ist im Dauereinsatz. Tag und Nacht muss sie zu Löscheinsätzen ausrücken. Im Schulgebäude wird gekocht, gegessen und auf einem Matratzenlager geschlafen.

Als die Engländer am 12. April in Celle einrücken fürchtet Walter Kaatz, die Truppen könnten die Feuerwehrmänner unter Beschuss nehmen. Mit ihren Uniformen könnten sie für Soldaten gehalten werden. Tatsächlich forschen die Briten energisch nach. Genau müssen die Feuerwehrleute ihre Aufgaben erklären. Schließlich wird die ganze Mannschaft als ungefährlich entlassen und zu Hilfsdiensten eingeteilt. Die Feuerwehrleute werden für Krankentransporte, Aufräumarbeiten und Reparaturen eingesetzt.

Am Morgen des 16. April müssen die Feuerwehrleute Wasserschläuche verladen. Die Fahrt geht nach Belsen. Die Briten hatten das Lager am Tag zuvor befreit. Als die Truppen ankommen, werden die Engländer von den wenigen Überlebenden bejubelt - die Feuerwehrmänner in den deutschen Uniformen hingegen zählen für die Lagerinsassen zu ihren Peinigern. "Da sind welche geschlagen, bespuckt worden und getreten worden", erinnert sich Walter Kaatz. Schließlich ordnete der englische Kommandant den Schutz der Feuerwehrleute durch seine Soldaten an.

Bei der Ankunft in Belsen glaubte Walter Kaatz zunächst in einem Straflager zu sein. Die Zustände waren erbärmlich. 60.000 Menschen waren in dem Lager zusammengepfercht. Die hygienischen Zustände waren unbeschreiblich. 10.000 Leichen liegen übereinandergeworfen auf dem Gelände verteilt. Zwei Wochen lang organisiert und betreibt Walter Kaatz mit seinen Celler Feuerwehrkameraden die Wasserversorgung des Lagers. Meist arbeitet er an einer Wasserpumpe außerhalb des Lagers. Was in Belsen wirklich geschah, wird ihm erst allmählich deutlich: "Nachher kristallisierte sich das heraus - erst Wochen später - dass das politische Gefangene, dass das verschleppte Juden waren und Kriegsgefangene", berichtet Walter Kaatz. "Da haben wir erst begriffen, dass die systematisch getötet wurden hier drinnen."

So hat Walter Kaatz seinen Einsatz als junger Feuerwehrmann in Belsen dann auch als eine Art persönlicher Wiedergutmachung empfunden. Die Wasserversorgung, so berichtet er, "hätten ja auch die englischen Soldaten machen können. Aber, dass sie da Deutsche für genommen haben, das fand ich schon gut". Die Erinnerung müsse wach gehalten werden, meint Walter Kaatz. Regelmäßig besucht er die Gedenkstätte und verfolgt mit großem Interesse deren Ausbau und Neugestaltung.

Der verlorene Zug (TV-Tipp)

Sonntag, 10.4. um 22.15 Uhr oder Montag, 5:15 Uhr

Der verlorene Zug
Auf den Rädern der Reichsbahn durch die Hölle
Film von Hans-Jürgen Hermel, NDR/1999

Kurz vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April 1945
verließ ein Sonderzug mit etwa 2500 Gefangenen die Verladerampe Belsen.
Er wurde nach einer 14tägigen Irrfahrt mit seinen hungernden, erkrankten
und sterbenden Opfern von der Roten Armee in Tröbitz befreit.
Anhand von Zeitzeugenaussagen vermittelt der Film Eindrücke von der
unvorstellbaren Fahrt.

http://www.phoenix.de/10_tv_programm/1.1.htm?datum=2005-04-10&skip=3

Freitag, April 08, 2005

Wir stehen jetzt am Flughafen...

... meldeten sich gegen Mitternacht die Russinnen vom hannöverschen Flughafen. Dabei waren sie mit dem Bus gekommen. Warum sie am Flughafen standen, war Jojo nicht wichtig. Vielmehr düste er gleich los mit einem Kleinbus, um die drei nach über 30 Stunden Busfahrt abzuholen und ihnen ein Bett in Oldau zum Ausschlafen anzubieten. Gut, dass es Mobiltelefone gibt!

Noch ein Last-minute-Platz zu haben

Unsere letzte Nachrückerin, Tatsjana aus den Niederlanden musste heute leider absagen. Also haben wir noch einen Platz frei für Kurzentschlossene. Anreise bis Sonnabend 17 Uhr in Oldau. Das Camp dauert bis zum 17.4. und kostet € 70,-. Aber vorher nochmal anrufen!

Das Haus füllt sich...

Während wir alle beim Abendbrot sitzen, haben es andere nicht so komfortabel: Die slowakische Gruppe ist bald vom taglangen Zugfahren erlöst und wird in Celle eintreffen. Morgen früh kommen dann die russischen und polnischen Jugendlichen auf dem hannöverschen Zentralen Omnibusbahnhof an - und werden unter anderem von einem Fernsehteam des NDR empfangen. Also, morgen Abend NDR gucken, vielleicht gibt es ein paar Gesichter von uns zu sehen. Aber natürlich stehen auch Frank, Stefan und Volker so früh auf, um die Jugendlichen in einen Kleinbus zu laden und nach Oldau zu fahren. Dort wird uns dann ein Brunch-Büffet erwarten - *mmmmmhhh.

Marina grüßt uns aus Iwanowo (Russland)

Hallo Volker!
Danke schön für deine Information! Ich bin sehr froh für die Menschen, die heute mit ihnen sind! Man kann sagen, dass ich sogar beneide! Ich erinnere mich immer sehr gern an diesen schönen Tagen in Bergen-Belsen und vermisse sie!!! [Marina war 2004 beim Camp] Ich träume, nocheinmal am Workkamp teilzunehmen und von userem schnellen Altagsleben einbisschen erholen. Ich wünsche ihnen SEHR GUT diese Zeit zusammen verbringen!

Ales Gute
Marina aus Russland

Volkswagen Nutzfahrzeuge unterstützt das Workcamp

Heute morgen um 9 Uhr fuhren Cornelia, Frank und Volker nach Hannover-Stöcken. Volkswagen stellt dem Workcamp für die gesamte Zeit kostenlos drei T5-Multivan zur Verfügung, nicht nur außen sind sie edel-silber. Cornelia ist aus Stöcken gleich weiter gefahren, um die israelische Gruppe vom Flughafen abzuholen.

Derweil ist Rike mit der litauischen und der belarussischen Gruppe schon im Anne-Frank-Haus des CVJM in Oldau. Chill-out von der langen Reise und Freude auf's baldige Mittagessen!

Die ersten sind da!

Rike ist am Bahnhof. Dort hat sie Elena, Katsiaryna & Sviatlana aus Belarus schon getroffen. Die ersten Gäste sind also da! Jetzt warten alle noch auf den Bus aus Litauen. Dann geht's nach Oldau, wo sich wahrscheinlich alle ersteinmal ins Bett legen und ausschlafen. Kein Wunder: rund 30 Stunden waren sie unterwegs in Bussen und Zügen.

Donnerstag, April 07, 2005

Auch bei der aejn sind wir online

Dank Manfreds schnellen Engagements hat auch der Dachverband der Evangelischen Jugend in Niedersachsen, dessen Mitgliedsverbände CVJM und Ev. Jugend Braunschweig das Internationale Workcamp mittragen, unseren Veranstaltungshinweis schon auf der Newsseite. Klasse!

Anreise zum 11. Internationalem Workcamp

Donnerstag, 7.4., 9 Uhr morgens:

Katja, Anna und Evgenija sind heute morgen in Iwanowo in den Bus gestiegen. Rund 40 Stunden dauert die Fahrt aus der russischen Stadt nordöstlich von Moskau bis in die Partnerstadt nach Hannover. Sonnabend früh erwarten wir die Ankunft. Auch Elena, Katya und Swetlana aus Belarus sitzen schon im Zug. Sie werden schon im Laufe des Freitags in Hannover eintreffen. Auch aus Litauen erwarten wir Teilnehmende, die schon im Bus sitzen. Derweil haben die deutschen Teilnehmenden noch Zeit, ihre Sachen zu packen. Für sie beginnt die Anreise erst am Sonnabend Nachmittag. Isabel, die einen Nachrückeplatz bekommen hat, schreibt: "Es ist echt super, dass wir mitkommen dürfen!Toll, toll, toll!"
Hinter den Kulissen laufen die Telefondrähte heiß, weil noch viele Kleinigkeiten koordiniert werden müssen: Rike fährt schon heute nach Wolfenbüttel, um einen Bulli von der Ev. Jugend dort auszuleihen. Damit holt sie morgen früh um 8 Uhr die Litauer am hannoverschen Busbahnhof ab. Die israelische Delegation wird auch morgen eintreffen, Cornelia wird sie in Empfang nehmen. Und irgendwie ist immer noch was zu organisieren...