Freitag, April 15, 2005

Tag der Befreiung / Day of Liberation

Heute jährte sich zum 60. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durch die britische Armee am 15.4.1945. Rund 250 Überlebende kamen in die Gedenkstätte, die von den Medien umlagert war.
Die AG Bergen-Belsen e.V. hatte für den Nachmittag zu einer Gedenkfeier geladen.

Wie unser Tag aussah
Die Teilnehmenden des Jugendworkcamps stachen leuchtend aus der Menschenmenge heraus: Alle trugen gelbe Schals, die Wolf Leo (unser Gestalter, der die Gestaltungsgruppe leitet) mitgebracht und gestaltet hatte.
Der Vormittag verlief noch recht ruhig: Zeitzeugengruppe 1 bereitete das gestrige Gespräch mit Arieh K. aus Israel nach. Zeitzeugengruppe 2 sprach noch einmal mit Fyn M. aus Norwegen. Die Außengruppe baute hinter Block 9 ein neues Geländer für die Latrine. Die Gruppe „Aktuelles“ beschäftigte sich mit Symbolen von Neonazis und sprach mit Gewerkschaftssenioren. Die Theatergruppe übte den Bau einer Statue und Kunstgruppe webte und gestaltete weiter mit blauen Bändern.
Um 12 Uhr fuhren wir auf den Scheibenhof und konnten in der Bundeswehrkantine Mittag essen. Warum hier Karten von Schlesien, Ostpreußen und anderen ehemaligen Ostgebieten an den Wänden hingen, blieb uns unerklärlich. Auf jeden Fall schmeckte uns und den Gruppen von Überlebenden und Angehörigen das Essen gut.
Vom Scheibenhof ging es zurück zur Gedenkstätte. Hier hatte sich recht kurzfristig unser Schirmherr, Kultusminister Bernd Busemann, für einen Besuch im Workcamp angesagt. Wir bedachten ihn mit einem unserer gelben Schals und einem Gruppenfoto. Und er bedachte uns mit der Zusage, auch im nächsten Jahr das Jugendworkcamp in mindestens der gleichen Höhe zu fördern. HURRA!
Gemeinsam gingen wir zum jüdischen Mahnmal, wo unsere israelischen Gäste eine kleine Gedenkfeier veranstalteten. Dazu gehören Texte in Hebräisch, Flaggen der Kadouri-Schule und des Staates Israel, ein Blumengesteck und natürlich auch Gebete.
Alles dauerte länger als geplant, und so konnten wir mit Herrn Busemann leider nicht mehr so richtig ins Workcamp gehen. Wir verabschiedeten uns. Jojo gab noch schnell dem NDR-Fernsehteam ein Interview, und dann gingen wir zum Obelisken. Hier sollte um 15 Uhr die Gedenkfeier der AG Bergen-Belsen e.V. beginnen.
Mit Klezmermusik, Redebeiträgen von Hugo Höllenreiner und Marion Blumenthal-Lazan und einer Vorstellung des Workcamps. Wir präsentierten uns so gut, dass die zahlreichen Gäste hinterher kräftig applaudierten. Dazu trug sicherlich die Statue der Theatergruppe bei. Aber auch die Botschaft, die wir vermittelten: Jugendliche interessieren sich für Vergangenheit. Jugendliche arbeiten weiter über die Geschichte des Holocaust. Und Jugendliche gestalten dadurch und damit Gegenwart und Zukunft.
Der Bus brachte uns müde Menschen gen Oldau. Wir sind so müde, dass wir kaum Sätze für unsere Campzeitung formulieren können… (*gähn)