Samstag, April 15, 2006

Legosteine helfen bei der Geschichtsstunde

Jugendliche aus drei Ländern in Oerbke und Ostenholz / Entstehung von Lagern und „Platz“

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen geht heute das Jugendworkcamp verschiedener christlicher und gewerkschaftlicher Gruppen zu Ende. Rund 40 Jugendliche aus sieben Nationen nahmen dabei die grausame Geschichte dieses Stückchens Heide unter die Lupe – ihre Suche führte sie auch nach Ostenholz und Oerbke.

Ostenholz (th). Die Geschichte Bergen-Belsens ist verknüpft mit der Entstehung des Truppenübungsplatzes und mit dem Gefangenenlager in Oerbke. Die Heidmark – stummer Zeuge von Vertreibung und Faschismus, von Tod und Elend.

Was die meisten deutschen Schüler aus der näheren Umgebung gar nicht wissen, interessierte jetzt Jugendliche aus Russland, Weißrussland und Polen. Der Bad Fallingbosteler Friedensaktivist Egon Hilbich bot vor der Ostenholzer Kirche Anschauungsunterricht mit bunten Legosteinen und Spielzeugpanzern. Die Jugendgruppe erfuhr im Open-Air-Unterricht das Wichtigste über die Umsiedlung der Bauern, die Einrichtung des Platzes und die Besonderheiten im heutigen Ostenholz. Selbst Details, wie zum Beispiel der erste Schuss auf dem Platz im Mai 1936, stießen auf offene Ohren.

Nicht nur die Gäste fanden diese Art von Geschichtsunterricht spannend. Auch Arne Hilbich, einer der Macher im Jugendcamp, freute sich: „Ich dachte, das wird schwierig, aber die Leute sind superfit, interessiert und löchern uns mit Fragen.“ Neben der Station in Ostenholz stand auch noch die Gedenkstätte am ehemaligen Kriegsgefangnenlager in Oerbke auf dem Programm.

2 Bilder

Geschichte unter freiem Himmel: Egon Hilbich (rechts) erklärt den Teilnehmern des Jugendworkcamps vor der Ostenholzer Kirche die Entstehung des Truppenübungsplatzes. Mit Legosteinen (kleines Bild) veranschaulicht er die Vertreibung der Heidebauern.

(c) Walsroder Zeitung