Samstag, März 22, 2008

Das Jugendworkcamp mischt sich ein!

Acht Platzverweise bei Treffen der rechtsextremen „Ludendorffer“
Bei dem jährlichen Treffen des rechtsextremen „Bundes für Gotteserkenntnis“ („Ludendorffer“) hat die Polizei in Dorfmark acht jungen Männern einen Platzverweis erteilt. Die 16- bis 22-Jährigen aus dem Landkreis Soltau-Fallingbostel und der Region Hannover seien dem rechten Spektrum zuzuordnen, teilte die Polizei am Samstag mit.
Die vom Verfassungsschutz beobachteten und als antisemitisch eingestuften „Ludendorffer“ hatten am Freitag einen Informationsstand aufgebaut. Rund 130 Menschen demonstrierten vor der Gaststätte, in der sich der Bund traf, gegen Rechtsextremismus, darunter 70 Teilnehmer des Jugendworkcamps Bergen-Belsen.

(c) Hannoversche Allgemeine Zeitung online am 22.03.2008 11:36 Uhr

Donnerstag, März 20, 2008

Zeitzeugengespräch mit Dr. Yvonne Koch



Zeitzeugengespräch

Am Dienstag hatte das Jugendworkcamp wieder Gelegenheit mit einem ehemaligem Häftling des Konzentrationslagers Bergen-Belsen unser Wissen zu erweitern, und offene Fragen zu klären. Es war für mich in sofern wichtig bei diesem Gespräch mitzumachen, da es nicht mehr viele Überlebende von der damaliger Verfolgung gibt, und sie als eine der letzten ihrer Generation nicht mehr viel Zeit hat ihre Erlebnisse weiterzugeben - nach langer Zeit des Schweigens. Ich fand, dass die heute 75 jährige ihre Erlebnisse, welche sie als 11jährige Jüdin erleiden musste, sehr verständlich uns gegenüber schilderte.

Sie wurde1944 im Kloster in der ehemaligen Tschechoslowakei von Nationalsozialisten festgenommen, in ein Slowakisches Lager gebracht, und dann innerhalb von 24 Stunden nach Bergen-Belsen abtransportiert. Dabei hatte sie noch Glück, denn eigentlich sollte sie nach Auschwitz aber die Eisenbahnverbindung wurde von Bomben zerstört. In Bergen-Belsen herrschten unmenschliche Umstände. Die Rote Armee rückte immer näher, die östlichen KZ wurden evakuiert und auf Todesmärschen die Häftlinge in westlichere KZ verschleppt. Bergen-Belsen war nicht auf diese Menschenmassen vorbereitet. Es fehlte an Allem: Nahrung, Trinkwasser, Unterkünfte für Häftlinge und sanitäre Einrichtungen,... was dazu führte, dass die Aufseher der SS das Camp sich selbst überließen.

An dieser Stelle in ihrer Erzählung wurde sie emotional: sie war ohne Eltern in Bergen-Belsen, denn diese waren noch in der Slowakei, was sie allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Sie dachte, dass ihre Mutter ebenfalls im Lager wäre. So lange bis sie am 15. April 1945 von britischen Soldaten befreit wurde. Die Befreiung realisierte sie allerdings nicht, denn ihr Zustand glich dem eines Traumas. Erst 2 Monate nach ihrer Befreiung konnte sie zurück in ihre Heimat, die Slowakei, wo sie ihre Eltern wieder traf. Allerdings dauerte es nahezu 4 Jahre bis sie wieder auf einem "Lernstoff-Standard" mit ihren Altersgenossen war. Noch heute trägt sie Folgeschäden, denn ihre Hände waren erfroren - heute noch frieren ihre Hände extrem schnell.

by Linus Ebert (15 Jahre)

Sonntag, März 16, 2008

Zeitzeugengespräch mit Anita Lasker-Wallfisch

Heute Abend durften wir mit Anita Lasker-Wallfisch, Überlebende der KZ Auschwitz und Bergen-Belsen ein Gespräch über ihre Vergangenheit führen. Über anderthalb Stunden berichtete sie über ihre Verfolgung und Inhaftierung in verschiedenen KZ sowie ihre Befreiung im April 1945. Als Mitglied des Auschwitzer Mädchenorchesters rettete ihr ihre Fähigkeit Cello zu spielen absurderweise das Leben. Ihr Leben, dass sie auch jetzt noch nutzt, um wie bei uns heute Jugendliche nicht nur über die Geschichte aufzuklären, sondern auch über die Zukunft zu sprechen.
Ein beeindruckender Abend. Eine beeindruckende Frau.

Samstag, März 15, 2008

14. Internationale Jugendworkcamp Bergen-Belsen

Nun ist es endlich wieder so weit

Das Internationale Jugendworkcamp Bergen-Belsen geht in die 14. Runde. Nun heißt es wieder zehn Tage lang in einer anderen (Um-)Welt sich mit einer anderen Weltanschauung zu beschäftigen. Es gilt sich auf den unterschiedlichsten Wegen dem Thema und den neuen Menschen zu nähern und mit ihm und ihnen zu arbeiten, zu lernen und auch Spaß zu haben. Dieses Jahr hat sich dem auch eine Delegation aus Südafrika angeschlossen. Insgesamt sind wir dann 70 Menschen aus zehn Ländern.